Text-Bild-Ansicht Band 276

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dem Kranze zu verjüngtem Querschnitte hergestellt; sie standen in zwei parallelen Ebenen zu einander und waren noch durch Querverbindungen versteift.

Besonders hervorzuheben ist noch das, eine constante Führung der Welle sichernde, aus 3 Theilen bestehende Schwungradlager.

Wie aus der ebenfalls Engineering, 1890 * S. 8, entnommenen Abbildung Fig. 16 Taf. 9 ersichtlich, endigen die zum Nachstellen der seitlichen Lagerschalen dienenden Stahlschrauben in halbkugelförmigen Köpfen, welche bei ausgelaufener Unterschale und erfolgtem Sinken der Welle eine Beweglichkeit der seitlichen Schalen mit ihren hinterliegenden Druckplatten p gestatten und damit stets dichtes Anliegen der Schalen und eine gute Führung der Welle sichern.

Auſser dieser 1000pferdigen Corliſsmaschine hatte J. Farcot noch drei schnelllaufende Dampfmaschinen nach dem Hammersystem ausgestellt, welche sich besonders dadurch bemerkbar machten, daſs behufs ihrer Regulirung nicht wie sonst bei groſsen Geschwindigkeiten Schwungradregulatoren, sondern sogen. Servo-Moteure angeordnet waren, welche ein weit vorzüglicheres Regulirungsorgan bilden als erstere. Die Umsteuerungs- oder Expansionscoulisse wird hierbei selbst für die kleinsten Regulatorbewegungen empfindlich und verändert die Füllungen im Dampfcylinder bei kleinen Geschwindigkeitsänderungen ebenso, wie es bei einer Maschine mit Klinkensteuerung geschieht.

Der Servo-Moteur besteht nach Fig. 22 Taf. 9 aus einem am Dampfmaschinengestell angeschraubten Cylinder a, dessen eingeschlossener Kolben sich entsprechend der Stellung des zur Vertheilung von Druckwasser dienenden entlasteten Muschelschiebers so bewegt, daſs die mit der Kolbenstange verbundene Steuerungscoulisse unter Mitwirkung eines Kugelregulators sich nach der Geschwindigkeit der Maschine einstellt.

Kolben- und Schieberstange dieses Cylinders sind mit einem Hebel a gelenkig verbunden, der auſserdem noch von dem sehr empfindlichen Regulator beeinfluſst wird und z.B. beim Sinken der Regulatorkugeln den Schieber so einstellt, daſs das in den Cylinder tretende Druckwasser hinter den Kolben gelangt und diesen nach vorn bewegt; bei der fortgesetzten Kolbenbewegung geht dann der Schieber wieder zurück und es wiederholt sich dieser Vorgang so oft, bis der Regulator seine, der normalen Geschwindigkeit der Maschine entsprechende Stellung erreicht hat.

Die innere Regulatorspindel s beeinfluſst zu dem Zwecke einen Winkelhebel n, dessen anderer Arm mittels angeschlossener Stange r auf den Hebel a wirkt und an welchen auſserdem eine Stange m angreift; auf das Ende der letzteren ist ein Gewinde geschnitten und auf demselben bewegt sich eine mit der Steuerungscoulisse verbundene Mutter, welche noch mit einem Handrade versehen ist, durch dessen Drehung z.B. der Regulator gehoben wird und gleichzeitig auch die