Text-Bild-Ansicht Band 276

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Wendegabel k, welche je einen Zapfen der Scheibe i fassend, mit dieser gleichzeitig den mit ihr verbundenen Cylinder um ein Sechstel seines Umfanges dreht.

Um den aus, mit je sechs Nuten versehenen Scheiben bestehenden Cylinder ist die Wechselkarte gelegt, welche aus kettenförmig mit einander verbundenen Stäben zusammengesetzt ist. Auf die Stäbe sind Rollen in drei verschiedenen Gröſsen aufgesteckt, und indem nun je nach der Gröſse dieser Rollen der Hebel l und mit ihm die Stöſser e und e1 mehr oder weniger hoch gehoben werden, treffen letztere gegen die Nasen der Scheibe f und ertheilen derselben eine mehr oder weniger groſse Drehung nach rechts oder links. Durch diese Drehung wird die entsprechende der drei Stufen des Excenters m über die Rolle n gebracht und so das Heben der Schützenzellen bewirkt.

Ein bei den neueren Wechselmechanismen beseitigter, durch gröſsere Tourenzahl des Stuhles sich immer nachtheiliger äuſsernder Fehler sind die nicht zu vermeidenden Stöſse beim Uebergang von der ersten Stufe auf die dritte und zurück.

Es läſst sich, da der Kasten auch auf der mittleren Stufe zeitweise, während des Schützendurchganges, ruhig verharren muſs, nicht umgehen, daſs die steigende Form der Excenterscheibe hier eine Unterbrechung erfährt, welche die vorgenannte unruhige Bewegung verursacht. Das Bestreben, diesen Fehler zu beseitigen, hat zu dem allen neuen Schützenwechseln gemeinsamen Prinzip geführt, das Heben um einen und dasjenige um zwei Kasten durch gesonderte Mechanismen zu erzeugen, letztere aber gemeinsam und gleichzeitig in Wirkung treten zu lassen, sobald es sich um das Heben von drei Kasten handelt. Hiermit gelangte man zu einem Schützenwechsel mit vier über einanderliegenden Schützenzellen, von welchen die oberste für gewöhnlich in der Höhe der Ladenbahn steht, während die andern in der vorerwähnten Weise eingestellt werden. Dieses gemeinsame Prinzip der sämmtlichen neueren Wechselvorrichtungen bedingt eine gewisse Aehnlichkeit der Constructionen, welche schon zu vielen Patentstreitigkeiten geführt hat. In der Regel aber, und mit vollem Recht, sind die Einsprüche oder Nichtigkeitsklagen der älteren Patentnehmer abgewiesen worden, da das Patent nur die neue Combination der Mechanismen, nicht aber ein Prinzip vor Nachahmung schützen soll. – Der erste derartige Schützenwechselmechanismus wurde von Louis Schönherr für seinen Excenterbuckskinstuhl construirt.

Wie in Fig. 2 dargestellt, geschieht das Heben der Schützenzellen durch die Drehung zweier Scheiben a und b, deren excentrische Form derartig gewählt ist, daſs die hintere b den Hebel d um das Doppelte zurückdrücken kann, als wie die vordere a dies beim Hebel c bewirkt. Beide Hebel sind an einer Kette e befestigt, welche um die an dem Winkelhebel f befindliche Rolle geführt ist. Der eine Schenkel dieses