Text-Bild-Ansicht Band 276

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niedergelassen, so drückt er gegen die Nase 1 des Hebels 9, hebt diesen dadurch so hoch, daſs sich der Stützhebel 7 darunter stellen kann und zugleich durch das Heben des Platinenführers 3 dessen Arm 6 die Platine gegen den, dieselbe niederdrückenden Schuber G1 drängt. Bemerkenswerth ist noch eine Vorrichtung, welche dazu dient, Bruch zu verhüten, wenn einmal durch irgend einen Umstand die Schützenzellen am freien Aufsteigen verhindert sind. Zu genanntem Zwecke besteht der Winkelhebel P O S aus zwei Theilen P und S. Diese beiden Theile sind in der Weise mit einander verbunden, daſs ein an S befestigter Stift e mittels einer Druckfeder in einer an dem Sector des Hebels P befindlichen Nuthe festgehalten wird, welche Verbindung sich nur in dem Falle durch Ausspringen des Stiftes aus der Nuthe löst, wenn, wie vorerwähnt, ein das regelrechte Aufsteigen der Zellen hindernder Umstand eintritt. Die Vortheile, welche die beschriebenen beiden Schützen Wechsel boten, veranlaſsten die Sächsische Maschinenfabrik, vormals Richard Hartmann, ihren seitherigen Wechselmechanismus durch einen das gleiche Prinzip wie die Schön herrischen verfolgenden Apparat zu ersetzen. Daſs die Hartmann'sche Fabrik hierbei sich auch der Platinen bediente, veranlaſste einen Patentprozeſs mit der Schönherr'schen Fabrik, welcher jedoch in letzter Instanz zu Gunsten ersterer Firma entschieden wurde.

(Fortsetzung folgt.)

Maron's selbsthätige Uebertragung in Rohrpostanlagen.

Mit Abbildungen.

Bei der Bedeutung, welche Rohrpostanlagen in groſsen Städten (vgl. England 1876 219 373; Paris 1877 223 383; Wien, Berlin, New York, München 1878 227 41. 151) für die bequeme und rasche Zustellung von Briefen und namentlich Telegrammen an den Empfänger haben, war es natürlich, daſs sich meist eine schnelle Zunahme der Ausdehnung solcher Anlagen als wünschenswerth und nothwendig erwies. Wenn dabei an Stellen, wo sich aus technischen Gründen die Anlage einer Maschinenstelle zu Beschaffung der verdichteten oder verdünnten Luft empfiehlt, nicht zugleich ein Rohrpostamt anzulegen ist, so wird es eine Ersparung von Arbeit und Zeit ermöglichen, wenn die Umladung, die Ueberführung des Zuges der mit den Briefen und Telegrammen gefüllten Büchsen aus dem Ankunftsrohre in das Rohr, in welchem der Zug weiter befördert werden soll, selbsthätig erfolgen kann, in ähnlicher Weise, wie in den Telegraphen-Uebertragungsämtern die aus einer Leitung ankommenden Telegramme von selbst durch die Apparate in eine andere Leitung weiter gegeben werden.

Eine solche Uebertragung für Rohrpostanlagen hat kürzlich der Geh. Oberregierungsrath a. D. Karl Maron in Colberg (* D. R. P. Kl. 81 Nr. 50678 vom 19. Mai 1889) angegeben.