Text-Bild-Ansicht Band 276

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Fig. 1., Bd. 276, S. 175

Fig. 1 skizzirt die Anordnung eines Uebertragungsamtes B für den Fall, daſs die Beförderung des Zuges durch verdichtete Luft vom absendenden Amte aus erfolgt. Die verdichtete Luft befindet sich in dem Behälter R, der an der Stelle N des Rohres Q in dieses einmündet, und der aus dem Rohre P von dem Amte, A kommende Zug wird durch sie in dem Rohre Q nach dem Amte C befördert. Durch das bei S sich an P anschlieſsende Rohr L vermag die Vorluft vor dem Zuge ins Freie zu entweichen. Die zur Ueberführung des Zuges aus P nach Q nöthige Vorrichtung befindet sich in der Kammer V. Diese Vorrichtung bleibt dieselbe, auch wenn die Beförderung durch Luftverdünnung und vom Ankunftsamte aus erfolgt, ebenso wenn sie durch verdichtete Luft vom absendenden Amte und zugleich durch verdünnte vom empfangenden aus bewirkt wird. Im ersteren Falle ist jedoch das dann die atmosphärische Luft zulassende Rohr L bei N an das Rohr Q zu legen, der Behälter mit der verdünnten Luft dagegen bei S an das Rohr P. Im letzteren Falle dagegen bleibt R wie in Fig. 1, und der Behälter mit verdünnter Luft wird anstatt des Rohres L bei S an P gelegt.

In der Regel bestehen die Züge aus mehreren (bis zu 10) Büchsen, welche mit den zu befördernden Schriftstücken gefüllt sind; die Gesammtlänge des Zuges beträgt dann 1m,2 bis 1m,5; die letzte Büchse ist ein sogen. Treiber und auf diesen wirkt der die Beförderung des Zuges veranlassende Unterschied im Luftdruck. Die Hauptaufgabe der Uebertragungseinrichtung ist nun die, daſs die Wirkung dieses Druckunterschiedes in den beiden Abschnitten der Rohrleitung, welche durch das Uebertragungsamt verbunden werden, aufgehoben, oder doch auf das geringste Maſs herabgebracht werde, und daſs der Zug selbsthätig und zwar ohne wesentlichen Verlust an Zeit und Kraft bezieh. Geschwindigkeit, vor Allem aber ohne heftige Stöſse sich den Uebergang aus P nach Q eröffne.

Dazu dient das in Fig. 2 im Längsschnitte dargestellte Doppelventil vv1, welches in der Kammer V angebracht ist. Dieses Differentialventil besteht aus zwei Ventilklappen v und v1; v ist um eine wagerechte Achse drehbar und v1 ist mit v fest verbunden, so daſs es jeder Bewegung von v folgen muſs. Der Raum über v1 ist mit dem Inneren des Ankunftsrohres P durch den Schlitz s verbunden. Die Gröſse der Oeffnung, welche v zu verschlieſsen hat, ist gegeben durch die Weite des Ankunftsrohres. Die Gröſse der Oeffnung unter v1 ist um ein Weniges (etwa um 1/16) kleiner zu nehmen, d.h. nur um so viel, daſs, wenn die Ventilklappen v und v1 geöffnet waren, selbst bei nur ¼at Druckdifferenz in den beiden Abschnitten P und Q der Rohrleitung,