Text-Bild-Ansicht Band 276

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in dem Rohre P befindet, kann trotz der Oeffnung des Ventils nur wenig verdichtete Luft aus dem Behälter R durch V gehen und aus L entweichen. Wohl aber wird der Widerstand der verdichteten Luft noch eine kleine Verminderung der Zugsgeschwindigkeit verursachen, bis der Zug in Folge seiner Beharrung über den Punkt N (Fig. 1) hinausgelangt ist; der Punkt N ist daher thunlichst nahe an V zu legen.

Ist der Treiber aus dem Rohre P herausgetreten und durch V hindurchgegangen, so schlieſst sich das Ventil vv1 wieder; vorwiegend geschieht dies durch das Gewicht des Ventils selbst, doch wirkt auch der Luftdruck mit, der ja auf v etwas gröſser ist, wie auf v1, weil zur Zeit eine Luftströmung von R nach L hin vorhanden ist. Der luftdichte Verschluſs tritt erst ein, wenn M wieder durchströmt ist; dies kann aber spätestens nach ½ Secunde erfolgt sein. Hat dann der Treiber den Punkt N überschritten, so wirkt die verdichtete Luft des Behälters voll auf ihn, und der Zug wird mit einer dem Luftdrucke entsprechenden Geschwindigkeit seine Fahrt nach dem Amte C fortsetzen, woselbst sich dieselben Vorgänge wiederholen können.

Zur Vervollständigung der Anordnung ist nun noch eine in der Patentschrift nicht besprochene Einrichtung nöthig, durch welche das Uebertragungsamt B befähigt wird, selbst einen von A kommenden Zug in Empfang zu nehmen und ebenso einen Zug nach C zu entsenden. Für den ersteren Zweck erhält B eine Empfangskammer, für den letzteren eine Beförderungskammer.

Zwischen L und V (Fig. 1) wird dann ein Stück Rohr so auf einer (in die Verlängerung der Achse von P fallenden) wagerechten Achse angebracht, daſs es in der einen Lage einen Weg aus P im Bogen nach V herstellt, in der anderen, um 180° von ersterer abweichenden Lage dagegen einen aus P kommenden Zug durch ein anderes Rohrstück in die Empfangskammer einführt. Letztere ist ein im Lichten 8cm weites, nach oben gekrümmtes Rohr, das pendelartig an einer wagerechten Achse aufgehängt ist; der eingetretene Zug trifft im oberen Drittel des Rohres auf einen mit einer Führung versehenen Kolben, schiebt diesen im Rohre vorwärts, verdichtet die Luft hinter demselben und dreht zugleich die ganze Empfangskammer um ihre Achse, so daſs, wenn der Zug schlieſslich in der Kammer zum Stillstande gekommen ist, die Büchsen aus dem gehobenen und durch ein Gesperre in der gehobenen Lage festgehaltenen Rohre durch ihr eigenes Gewicht und den durch die sich wieder ausdehnende Luft wieder zurückgeschobenen Kolben in einen untergestellten Korb herabfallen. Durch Ausheben des Gesperres wird dann die Empfangskammer wieder in ihre gewöhnliche Lage zurückgebracht und durch das entsprechend in wagerechter Ebene gekrümmte drehbare Rohrstück der Weg aus P nach V wiederhergestellt, bis ein neues von A nach B gegebenes Signal wieder zur Bereitstellung der Empfangskammer auffordert. Ein luftdichter Schluſs zwischen dem drehbaren