Text-Bild-Ansicht Band 276

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unten her eintreten, so daſs eine möglichste innige Mischung stattfindet, während das Bleichgut in der Flüssigkeit untergetaucht ist und mit ihr beständig umgerührt wird oder während man das Bleichgut durch die Flotte zieht. Auch kann man das Gemisch von Chlor und Sauerstoff in ein in Bewegung befindliches Wasserbad leiten.

Fig. 4 veranschaulicht einen Apparat zum Bleichen nach dem angegebenen Verfahren, a ist das das Bleichgut und die Flüssigkeit aufnehmende Gefäſs; b eine auf den Umfang mit Vorsprüngen besetzte Walze, welche in der Pfeilrichtung x sich dreht, c ein das Aufrühren der Flüssigkeit bezieh. das Durchmischen beförderndes Hinderniſs. Der Sauerstoff wird durch das auf dem Boden des Bottichs parallel zur Rührwalze b angeordnete, mit vielen Löchern durchbrochene Rohr d zugeleitet, welches auch im Boden versenkt und von einem durchlöcherten Deckel e überdeckt sein kann. Das Gefäſs a kann geschlossen sein, um den noch freien Sauerstoff abzufangen.

Das Färben von Gespinnstfasern geschieht in der einfachsten Weise dadurch, daſs man dieselben direct in den die Flotte enthaltenden Farbkessel einführt und mit Hantirstangen unter die Farbflüssigkeit drückt und hierbei beachtet, daſs ein Anlegen der Fasern an den Wandungen, was ein Verfilzen zur Folge hat, nicht eintritt. Auch die beim Waschen der Gespinnstfasern in Anwendung befindlichen und im Eingang dieser Abhandlung beschriebenen Maschinen, bei welchen das Material in einen ovalen Bottich in Bewegung versetzt wird, können sehr wohl zum Färben loser Gespinnste gebraucht werden. Sowohl bei dem einen als auch bei dem anderen Hilfsmittel pflegt man die Farbstofflösung nicht mit einem Male zuzusetzen, sondern auf mehrere Male zu vertheilen und erreicht dadurch ein Arbeiten mit weniger starken Bädern und ein gleichmäſsigeres Angehen der Farbstoffe an die Fasern.

Gustav Jagenburg in Rydboholm (Schweden) will nun die sich durch die directe Einführung der concentrirten Farbstofflösung ergebenden Mängel dadurch beseitigen, daſs er nach seinem durch das D. R. P. Kl. 8 Nr. 40602 vom 6. Januar 1887 geschützten Verfahren die Farbstofflösung zunächst mit der im Farbbottich befindlichen Flotte mischt und zwar auſserhalb des Bottichs und dann diesem in fein vertheiltem Zustand wieder zuführt. Zur Ausführung dieses Verfahrens verwendet Jagenburg eine Centrifugalpumpe oder einen Strahlapparat, den er mit einer bekannten Waschmaschine combinirt. Seine Erfindung liegt also nicht, wie die Monatschrift für Textilindustrie auf S. 548, Jahrgang 1888 sagt, in der Verwendung einer bekannten Waschmaschine, sondern in der besonderen Weise der Farbstoffzuführung.

Die besondere Construction der ganzen Einrichtung ergibt sich aus den Fig. 5 bis 8, welche der Amerikanischen Patentschrift Nr. 386985 entnommen sind. Neben dem die Flotte enthaltenden und mit doppeltem Boden C und Flügelwellen D ausgestatteten Behälter A ist eine Centrifugalpumpe