Text-Bild-Ansicht Band 276

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umwickelt, um es gegen etwaiges Aufhauen mit der Krampe bei Erdarbeiten, sowie gegen Angriffe von Ratten zu schützen. Die Centralstation ist die erste derartige gröſsere elektrische Centralstation in der österreichisch-ungarischen Monarchie und jedenfalls die erste ungarische Anstalt für elektrische Kraftübertragung, wie denn überhaupt eine elektrische Bahn in dem Umfange des concessionirten Netzes und in der beschriebenen Vollkommenheit der Anordnung noch nirgends existirt. Die Generalstation hat vorläufig drei Dampfkessel, drei Dampfmaschinen zu je 100 und dementsprechend drei Dynamo, welche nach Belieben einzeln in die Kabel der einzelnen Linien oder mittels Parallelschaltung gemeinschaftlich in das verbundene Kabelnetz arbeiten können.

Draper und Ash's Aenderung am Heberschreibtelegraphen.

Anstatt in Thomson's Heberschreibtelegraphen (vgl. 1872 205 197. 1877 224 279) die Tinte dadurch zum Ausflieſsen aus dem den Papierstreifen nicht berührenden Heber zu bringen, daſs sie durch eine Influenz-Elektrisirmaschine elektrisirt wird, wollen G. Draper und W. Ash in London nach ihrem Englischen Patente Nr. 14565 vom 16. September 1889 den Heber dazu in eine mechanische Erzitterung versetzen. Sie ordnen zu diesem Zwecke oberhalb des den Heber tragenden Rahmens einen Elektromagnet an, dessen aufrecht stehender Ankerhebel mit einer Contactfeder zur Selbstunterbrechung versehen ist, also bei Sendung eines Stromes durch die Elektromagnetrollen in Schwingungen geräth und dadurch den Rahmen nebst dem schreibenden Heber in Erzitterung versetzt. An dem Ankerhebel ist noch ein Stellgewicht angebracht, mittels dessen man die Schwingungszahl des Hebels reguliren und so wählen kann, wie es für das willige Ausflieſsen der Tinte am günstigsten ist.

Collet's Benutzung des Telephon-Elektromagnetes zum Rufen.

Um die Aufstellung eines besonderen Ruf-Weckers entbehrlich zu machen, wendet H. Collet in Finsbury Park, Middlesex, nach seinem Englischen Patente Nr. 3515 vom 7. März 1888 in dem Telephon einen Stabelektromagnet an und stellt dem einen Pole desselben die schwingende Schallplatte gegenüber, dem anderen Pole dagegen einen gewöhnlichen Anker, der für gewöhnlich durch eine Feder an einen Contact angelegt wird, von welchem aus die Leitung sich durch die Elektromagnetrolle nach der Erde, oder nach der Rückleitung fortsetzt. Während nicht gesprochen wird, setzt ein Umschalter die Leitung mit diesem Anker in Verbindung, und es kann daher jetzt der Elektromagnet als Selbstunterbrecher arbeiten, sein Anker daher zum Tönen gebracht und somit zum Rufen benutzt werden. Will man sprechen, so stellt man den Umschalter um und legt dadurch die Leitung an die Linienbatterie und durch die Elektromagnetrolle an Erde bezieh. an die Rückleitung.

C. Th. Wagner's selbsthätig langsam schlagende elektrische Klingel.

Wiederholt schon1) sind elektrische Klingeln in Vorschlag gebracht worden, welche nicht fortgesetzt rasseln, sondern nur in gröſseren Zwischenräumen selbsthätig eine Reihe von Schlägen ertönen lassen. Eine neue derartige Klingel hat C. Theodor Wagner in Wiesbaden (* D. R. P. Kl. 74 Nr. 49839 vom 15. Januar 1889) angegeben, die für Gasthöfe, Krankenhäuser, Badeanstalten u.s.w. empfohlen wird. Die Schläge ertönen alle 2 Secunden. Der Klingel ist eine gegen die Klingel isolirte Unruhe beigegeben, die auf einer stehenden Achse sich drehen kann; an der Unruhe ist eine Contactfeder angebracht, die sich in der Ruhelage gegen einen an der Verlängerung des Ankerhebels sitzenden Contactstift anlegt. Wird der Anker angezogen, so versetzt er die Unruhe in Schwingungen; bei Beginn der Schwingung wird der Contact zwischen der Feder und dem Stifte unterbrochen und erst wieder hergestellt, wenn die Unruhe durch die um die Achse gewundene Feder wieder in ihre Ruhelage zurückgebracht worden ist. Der nun wieder geschlossene

1)

Vgl. C. Th. Wagner * D. R. P. Kl. 21 Nr. 8539 vom 15. März 1879; Schäfer und Montanus 1884 254 * 208.