Text-Bild-Ansicht Band 276

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Strom veranlaſst, daſs der Hammer am Ankerhebel einen neuen Schlag auf die Glocke gibt.

Durch eine anderweite Beigabe läſst sich erreichen, daſs groſse Läutewerke nach einmaligem Contactschluſs jedesmal selbsthätig eine bestimmte, beliebig zu wählende Anzahl von Schlägen geben und sich dann selbsthätig abstellen.

Fowler's drehbarer Isolator für Telegraphenleitungen.

Um in oberirdischen Telegraphenleitungen eine nahezu unveränderliche Drahtspannung auf Dauer zu erhalten, will G. Fowler in Peckham, Surrey, nach seinem englischen Patente Nr. 1386 vom 30. Januar 1888 die Isolatoren drehbar machen. Der Isolator, welcher in bekannter Weise durch seine Glockenform gegen die Feuchtigkeit von oben und von unten geschützt wird, ist im Innern hohl und nimmt ein Metallgehäuse in sich auf, in welchem eine Spiralfeder so angeordnet ist, daſs das eine Ende derselben am Gehäuse, das andere in einem Schlitz an der Isolatorstütze befestigt werden kann. Die Feder ist kräftig genug, um den Zug des Telegraphendrahtes aushalten zu können, der zu beiden Seiten einer an zwei gegenüberliegenden Stellen mit Einschnitten versehenen, ringförmigen Rippe um den Isolator herumgelegt wird. Bei jeder Aenderung der Spannung im Drahte soll sich dann der Isolator so viel in der einen, oder in der anderen Richtung drehen, daſs die Spannungsänderung durch die Verlängerung bezieh. Verkürzung des Drahtes zufolge der Drehung des Isolators ausgeglichen wird.

Sedelmaier's Schneidzange zum Entblöſsen von isolirten Telegraphendrähten.

Die Werkzeugfabrik Sedelmaier in München fertigt seit einiger Zeit ein neues, sehr handliches Werkzeug für Telegraphen- und Telephonmonteure. Dasselbe dient nach dem Centralblatte für Elektrotechnik, 1889 * S. 199, dazu, isolirte Drähte, namentlich baumwollumsponnene Drähte, an den Enden von der Isolirung zu befreien.

Textabbildung Bd. 276, S. 238

Die beiden messingenen, am unteren Ende durch ein Gelenk verbundenen Schenkel des Instruments werden oben durch eine Drahtfeder scherenartig auseinander gehalten. Der eine Schenkel trägt oben eine senkrecht zur Schenkelachse angeschraubte Stahlschneide, welcher im anderen Schenkel ein runder Einschnitt gegenüber steht. Das Drahtende wird in letzteren eingelegt, die beiden Schenkel zusammengedrückt und die Bespinnung durch Drehung des Werkzeuges rundum abgeschnitten. Hierauf kann man sehr leicht und bequem die zu beseitigende Umhüllung durch die zusammengehaltenen Schenkelenden abstreifen, wobei die Schneide zugleich die zur Erzielung guter Contacte erforderliche Reinigung des Drahtendes besorgt.

Unfallgefahr.

Nach den bisherigen Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften hat die Brauerei- und Mälzerei-Berufsgenossenschaft die gröſste Unfallziffer mit Bezug auf „schwere“ Unfälle, nämlich auf 1000 versicherte Personen 8,84 Verletzte. Dann folgen das Berggewerbe mit 7,39, Brennerei mit 6,90, Spedition, Speicherei- und Kellereibetrieb mit 6,32, Fuhrwerks betrieb mit 6,06, Müllerei mit 5,95, Papiermacherindustrie mit 5,89, Baugewerbe mit 5,30, Holzindustrie mit 5,29, Zuckerindustrie mit 5,16, Steinbruchbetrieb mit 4,92, chemische Industrie mit 4,84, Eisen- und Stahlindustrie mit 4,75, Binnenschifffahrt mit 4,45, Eisenbahnbetrieb mit 3,88, Betrieb der Gas- und Wasserwerke mit 3,72, Ziegeleibetrieb mit 3,54, Nahrungsmittelindustrie mit 3,15, Schornsteinfegerei mit 2,76, Lederindustrie mit 2,45, Straſsenbahnbetrieb mit 1,87, Textilindustrie mit 1,77, Feinmechanik, Edel- und Unedelmetallindustrie mit je 1,68, Papierverarbeitungsindustrie mit 1,63, Glasindustrie mit 1,60, Musikinstrumentenindustrie mit 1,42, Töpferei mit 1,07, Buchdruck mit 1,01, Bekleidungsindustrie mit 0,72 und schlieſslich die Tabakindustrie mit 0,36 Verletzten unter 1000 Personen im Jahresdurchschnitt. (Papierzeitung.)