Text-Bild-Ansicht Band 276

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diejenige der Arbeiter von 73612 auf 82200 Mann, wovon über 46000 auf das Uralgebiet (Gouvernements Perm und Orenburg) kommen.

Der mittlere Goldgehalt der verwaschenen Geschiebe und Gesteine betrug 1g,57 auf 1t (gegen 1g,67 im J. 1886), oder im Einzelnen 1g,44 Gold in 1t Sand (Waschgold) und 11g,67 in 1t Gestein (Berggold). Der Höchstgehalt betrug 16g,73 Gold in 1t Sand und 62g,65 in 1t Gestein.

Die drei Laboratorien in Irkutsk, Barnaul und Jekaterinburg, in welchen die Regierung sämmtliches, sowohl in fiskalischen als Privatgruben gewonnenes Gold einschmelzen läſst, lieferten 31089k,37 reines Gold (gegen 28174k,58 im Jahre zuvor), wovon rund 270k aus goldhaltigem Rohsilber ausgeschieden wurde.

Platina. Die Ausbeute betrug 4408k,19, d.h. um 91k,04 mehr gegen das Vorjahr. Sie hat den Höchstwerth der letzten zehn Jahre überschritten. Die 93 Gruben liegen ausschlieſslich im Gouvernement Perm. Der mittlere Metallgehalt betrug 4g,38 Platin in 1t verwaschenen Sandes.

Silber. 27 Gruben lieferten 37943t,158 bleihaltige Silbererze, von denen 25980t,655 in 12 Hüttenwerken eingeschmolzen wurden und 15379k,61 Silber ergaben (2106k,62 mehr als 1886), womit die höchste Ziffer des letzten Jahrzehntes erreicht wurde. Bei weitem die gröſsten Silbermengen lieferte der Bergdistrikt des Altai (Gouvernement Tomsk) mit rund 10840k, ferner die Kirghisensteppe (Gebiet von Ssemipalatinsk) mit 2800k. – Auf Grund entnommener Proben entspricht das gewonnene Rohsilber 14349k,97 chemisch reinen Silbers. Da aus dem Rohgold 2719k,28 Silber chemisch ausgeschieden wurden, so betrug demgemäſs die Quantität chemisch reinen Silbers in Summa 17069k,25.

Blei wird nur als Nebenproduct gleichzeitig mit dem Silber gewonnen, unddzwar in 6 Hüttenwerken im Gewicht von rund 990t, um rund 213t mehr als im J. 1886, ebenfalls der höchste Werth des letzten Jahrzehntes. Rund 510t stammen aus dem Altai.

Kupfer. In 104 Gruben wurden 108060t,9 Kupfererze gefördert. 20 Hütten, von denen 8 im Ural, 9 im Kaukasus liegen, erzeugten aus rund 115000t Erzen 4989t,83 Kupfer, um 418½t mehr als im Vorjahre. Davon kommen rund 2670t auf den Ural und 1860t auf den Kaukasus. Die Kupfergewinnung ist fast ganz concentrirt auf die Werke von Bogosslowsk im Gouvernement Ferm (rund 1190t), Kedabek im Kaukasus (rund 1110t) und Wyja im Ural (rund 1020t). Sie war so bedeutend, daſs nur das Jahr 1884 mit rund 6200t Kupfer mehr producirte. – Auſserdem wurden auf der chemischen Fabrik von Uschkoff (Gouvernement Wjatka, Kreis Jelabuga) aus rund 9340t Kupferkies 267t,05 Kupfer dargestellt. – Interessant ist, daſs die Firma Siemens im Hüttenwerk Kedabek 1887 zum ersten Male, und mit gutem Erfolge, Naphtarückstände als Brennmaterial zum Schmelzen der Kupfererze verwendet hat.

Die Erhöhung des Einfuhrzolles für Kupfer auf 2½ Rubel Metall für das Pud (153 Rubel für die Tonne) hat einen Rückgang der Einfuhr von 2196t,69 auf 831t,99 zur Folge gehabt. 8 Hüttenwerke beschäftigten sich auſserdem mit Auswalzen und Ziehen von Kupfer. Ihr Umsatz betrug 1371t,41.

Zink wird nur im Gouvernement Petrikau gefördert und verarbeitet. Die Hüttenwerke Benda und Paulina erschmolzen 3624t,351 Zink aus 39577t,083 Erz, um 571t,425 weniger als 1886. Ferner walzten die Werke Slawkowo und Emma 3157t,239 Zink aus (Rückgang 55t,8), und in Sosnowizy wurden aus 741t,087 Zink 817t,047 Zinkweiſs hergestellt. – Eigenthümlich ist die trotz der Minderproduction ebenfalls zurückgegangene Einfuhr von 2680t auf 785t.

Zinn wird nur in kleinen Quantitäten und nur in einem einzigen Hüttenwerk (Pitkaranta bei Wyborg) gewonnen. Man erhielt 10t,351 Zink aus rund 1738t Erz, gegen 17t im J. 1886.

Kobalt wurde gar nicht producirt; die im Bergwerke Daschkessan (Gouvernement Jelisawetpol) geförderten 1½t Kobalterz gelangten nicht zur Verschmelzung.

Quecksilber. Die Firma Auerbach und Co. hat ihre Thätigkeit in Nikitoffka (Kursk-Charkoff-Asoff-Bahn) begonnen; es wurden 12487t,422 in Sandstein eingeschlossenen Zinnobers gefördert und aus 9853t,205 sortirten Erzes 64t,067 Wecksilber gewonnen, und zwar etwa ⅓ in Schachtöfen und ⅔ in Flammöfen.