Text-Bild-Ansicht Band 276

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einiger weniger Hüttenwerke einzeln aufgeführt, vor Allem die der Franko-Russischen-Gesellschaft in St. Petersburg, welche für 1720000 Rubel Maschinen, Kessel und Schiffstheile gebaut hat.

Um das Bild der Thätigkeit Ruſslands auf dem Gebiete des Maschinenbaus zu vervollständigen, wird die Production der übrigen Maschinen- und Metallfabriken Ruſslands, welche nicht zum Ressort des Bergdepartements gehören, erwähnt. Nach den Daten des Departements für Handel und Gewerbe haben 1377 Fabriken mit 113300 Arbeitern Metallwaaren und Maschinen für 112642000 Rubel geliefert. Im Einzelnen sind genannt: 382 Maschinenfabriken mit 47828 Arbeitern und 50 Mill. Rubel Umsatz; 171 Schmieden, Stahlwaarenfabriken und Schienenwalzwerke mit 23716 Arbeitern und 25,6 Mill. Rubel Umsatz u.s.f.

Salz. Gewonnen wurde 1156780t,685 Salz, davon in 11 Gruben 261293t,856 Steinsalz, aus 103 Seen oder Limans 608535t,775 Seesalz und in 44 Siedereien 286951t,054 Salz aus Soolquellen. Am höchsten war die Salzgewinnung in den Gouvernements Taurien (rund 286000t), Astrachan (224000t), Jekaterinosslaw (213000t) und Perm (197000t). Die Production hat gegen 1886 um rund 40100t abgenommen in Folge der Verminderung der Gewinnung des See- und Quellsalzes. Dagegen hebt sich die Steinsalzförderung hauptsächlich bei Bachmut (Gouvernement Jekaterinosslaw) von Jahr zu Jahr. Das dortige Salz verdrängt überall das See- und Quellsalz, sowie das ausländische, in Folge seiner Güte und der günstigen geographischen Lage. Der Import betrug längs der Preuſsischen bezieh. Oesterreichischen Grenze: 1885 rund 16700 bezieh. 9050t, 1887 rund 1900 bezieh. 1610t.

Die Preise an der Grube betragen im Durchschnitt 5 bis 6 Rubel für 1t Steinsalz, 2½ bis 5 Rubel für 1t Seesalz, 5 bis 7½ Rubel für 1t Quellsalz im Gouvernement Perm bis hinauf zu 28 bis 60 Rubel in den theuer arbeitenden sibirischen Siedereien (Gouvernement Irkutsk). Die Perm'schen Siedereien erhalten die Soole aus Bohrlöchern von 60 bis 175m Tiefe in einer Stärke von 17 bis 24° B., und erzeugen für 1cbm verbranntes Holz 220 bis 420k Salz, oder bei Steinkohlenfeuerung für 1t Kohle 1250 bis 2050k Salz.

Glaubersalz. Gefördert wurden an 5 Orten 2473t,338, davon 1154t,051 im Gouvernement Tiflis und 949t,604 im Gouvernement Tomsk aus den Seen von Mormyschansk, deren Salzvorrath auf 1¼ Mill. Tons geschätzt wird.

Schwefel. In Kchiut (Daghestan) wurden 4930, in Ljakan (Ferghana) 24t,6 Schwefelerze gewonnen und zu 1446t,333 Schwefel verschmolzen.

Porcellanerde wurde in den Gouvernements Tschernigoff (rund 4570t), Wolhynien, Chersson und Podolien gefördert, im Gewicht von 6100t. Das beste Kaolin des Gouvernements Tschernigoff kostet an Ort und Stelle 24 bis 36 Rubel für 1t und wird den Porcellanfabriken der Residenzen geliefert.

Phosphorite kommen an vielen Orten vor, doch gibt es zuverlässige statistische Daten nur über die Fundorte in den Gouvernements Podolien und Kostroma, woselbst rund 6600 bezieh. 444t gefördert wurden.

Auſserdem bringt unsere Quelle folgende Daten über den Handel mit den Producten des Bergbaus und Hüttenwesens, die Arbeiter, Motoren u. dgl. Der Binnenhandel wird durch die Resultate der Messe von Nishny-Nowgorod gekennzeichnet. Der Umsatz der Metallwaaren (roh und bearbeitet) betrug 17409773 Rubel (gegen fast 14½ Mill. im J. 1886), und zwar über 10½ Mill. Rubel für Eisen, 3¾ Mill. für Waaren aus Eisen und Stahl und 2,1 Mill. Rubel für Kupferwaaren. Auſserdem betrug der Preis der zum Verkauf gelangten Naphtaproducte und des Salzes 1927000 Rubel.

Der auswärtige Handel war für Ruſsland ungünstig, insofern die Einfuhr von Metallwaaren und Mineralien die Ausfuhr überstieg. Das Umgekehrte findet nur statt beim Platin (Ueberschuſs der Ausfuhr rund 5140k), Naphta und Naphtarückstände (71500t), Brennöle (193000t), Schmieröle (46000t), Graphit und andere Mineralien (61000t), Gold für 16,7 Mill. Rubel und Malachit und Halbedelsteine für 43400 Rubel.

Die Zahl der Arbeiter betrug 398172, davon kommen 58 Proc. auf den Ural, 12,5 Proc. auf Süd- und Südwestruſsland, 6,7 Proc. auf Ostsibirien, 5,9 Proc. auf Mittelruſsland, 5 Proc. auf Polen. Der Beschäftigung nach arbeiten