Text-Bild-Ansicht Band 276

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die Säurebehandlung sollte das Holz an inkrustirenden Beimengungen reicher werden, da ein Theil der Cellulose gelöst war. Erst das Alkali löste diese Beimengungen. Im Verein mit Seller und Champion hat Payen diese Thatsachen durch elementaranalytische Untersuchungen nachzuweisen versucht. Ursprüngliches und mit Salzsäure behandeltes Holz wurde vorher mit Alkohol und Wasser gut gewaschen und dann untersucht. Weiſstannenholz ergab dabei:

Ursprüngliches Holz mit HCl behandeltes Holz
C 48,88 51,13
H 6,74 6,16
O und Asche 44,38 42,17
––––– ––––––
100,00 100,00

Es zeigte sich wirklich, daſs das mit Säure behandelte Holz C reicher, O ärmer war, ein charakteristisches Zeichen für Anhäufung von inkrustirender Substanz. Behandelte man jetzt mit Alkali, so wurden vom ursprünglichen Holz 0,42 Theile, vom mit Säure vorbereiteten 0,4867 Theile gelöst.

1868 berichtete Krieg über die Verwendung von starken Laugen zur Herstellung von Cellulose aus Espartogras.

1869 behandelt Mathieson Holz in Form von Stämmen, Balken, Klötzen mit Wasser und Alkalilösungen bei gewöhnlicher und auch erhöhter Temperatur unter Anwendung von Druck.

Die erste Fabrik, die ausschlieſslich Natronlauge zur Cellulose-Abscheidung aus Holz benützte, war die Manayauk Wood Pulp Works Co. bei Philadelphia. Diese groſsartige Fabrik wurde nach einem 1854 von Burgess und Watt genommenen engl. Patente eingerichtet. Sie verwendete Aetznatronlauge von 12° B. und kochte durch 6h bei einem Druck von 6 bis 8at (160 bis 172° C). Die Zersetzung des Lignins sollte dabei eine Folge der Erhitzung und der damit bei anwesendem Wasserdampf Hand in Hand gehenden Oxydation und Reduction sein, die Anwesenheit des Alkalis sollte zum Theil zur Verseifung der Harze und harzähnlichen Stoffe, zum Theil zur Neutralisierung der entstandenen Säuren dienen, mit welchen es lösliche Salze bildet, die sich dann mit den Extractivstoffen u.s.w. in der nach der Kochung ablaufenden braunen Flüssigkeit finden; Krieg berichtet 1869 über Fabriken in Conmille (England). In diesen wird Holz in Spänen auf 187½° C. bei 11at mit Lauge erhitzt. Das Holz hat dann eine blaugrüne Farbe. Zur Erhitzung wird eine Art Heiſswassersystem benutzt. Mène schlug vor, das zu Sägemehl oder Spänen zerkleinerte Holz wie Flachs in Wasser zu legen. Durch das Rottenlassen werden viele Substanzen aufgelöst, auch die stickstoffhaltigen, das Papierzeug wird dann mit Chlor nicht gelb. Das gerottete Holz gut gewaschen, mit kochendem Wasser gründlich gedämpft, wird nun mit Alkali behandelt. Durch Behandlung mit Alkali Cellulose zu erhalten, beschreibt Keegan 1873 ein von ihm erfundenes Verfahren.