Text-Bild-Ansicht Band 276

Bild:
<< vorherige Seite

Stearinsäure, 4,5 bis 5 Proc. Wasser und 0,6 bis 0,75 Proc. Ammoniak. Die Lichte hatten also im Verlauf eines Monats den gröſsten Theil ihres Erdöls verloren. Bei weiterem Liegen an der Luft im Verlauf von 45 Tagen verloren sie an Gewicht – je nach dem Durchmesser – noch bis zu 10 Proc.

Die photometrischen Untersuchungen wurden sehr erschwert durch den Umstand, daſs die Lichte mit stark schwankender, ruſsender Flamme, unter Abscheidung von viel Kohle am Docht brennen. Die Leuchtkraft eines Lichtes (4 auf ein Pfund) wurde gleich 1,05 Normalwalrathkerzen gefunden, bei einem Verbrauch von 10g,5 Brennmaterial pro Kerzenstunde.

Auch die Verbrennungsproducte wurden untersucht, da ein eventuelles Entstehen von Cyanwasserstoff erwartet wurde: Glühende Kohle resp. Kohlenoxyd geben bekanntlich mit Ammoniak Cyanammonium. Es konnte jedoch in den Verbrennungsproducten kein Cyan nachgewiesen werden.

Luther.

Zur Reduction der Silberrückstände; von Alex. Lainer.

In den letzten Mittheilungen1) über die Fällung des Silbers aus Fixirbädern mittels Reducirsalz und Laugenstein wurde hervorgehoben, daſs es sich häufig empfiehlt, auch Chlor-, Brom- oder Jodsilberrückstände in den alten Fixirbädern aufzulösen und sodann erst die Reduction aus der Lösung vorzunehmen.

Dazu ist noch zu bemerken, daſs es meist nöthig ist, diese aufzulösenden Silberverbindungen mit einer heiſsen Laugensteinlösung zu durchtränken. Durch Umrühren mit einem dicken Glasstab sucht man einen feinen Brei zu erreichen, welchen man nun partienweise in die Lösung von unterschwefligsaurem Natron einträgt, wobei ein Ueberschuſs zu vermeiden ist, damit nicht ungelöste Haloidsilbersalze am Boden des Gefäſses verbleiben. Diese Behandlung der festen Silberrückstände mit Laugensteinlösung ist besonders dann unerläſslich, wenn dieselben sauer reagiren.

Will man die Auflösung der Silberhaloide umgehen und sie direkt nach des Verfassers Methode reduciren, so geht man wie folgt vor:

Man gibt das Chlor-, Brom- oder Jodsilber in ein entsprechend groſses Gefäſs und strebt eine möglichst gute Verbreiung der Masse mit heiſser Laugensteinlösung an. Nun gieſst man allmählich eine klare, sehr verdünnte Reducirsalzlösung unter fortwährendem Umrühren der Masse zu. Diese Reducirsalzlösung kann unmittelbar vor der Verwendung mit kalter Laugensteinlösung neutralisirt werden.

1)

Photographische Correspondenz, 1890, April- und Mai-Heft (vgl. auch dieses Journal 1890 276 521).