Text-Bild-Ansicht Band 275

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daſs die Albuminate durch Thonerdesalze abgeschieden werden, wodurch sie dem Gewichte des Papiers zu Gute kommen und dem Papier alle die Eigenschaften geben, welche es durch concentrirte Leimlösung erhält. Die Anwendung desselben ist äuſserst einfach und der ganze Vorgang der gleiche wie bei der Leimung mit Harzleim.

Einen bedeutenden Vorzug hat das Ammoniumalbumin vor dem Harzleime dadurch, daſs das Ammoniumalbumin (gleichgültig ob Leinen, Baumwolle oder Zellstoff) von der Faser mit Begierde aufgesaugt wird, so daſs dieselbe nach dem Trocknen pergamentartige Eigenschaften erhält. Auch büſst die so behandelte Faser nicht an Geschmeidigkeit ein, in Folge dessen das Verfilzen der Fasern sehr vollständig ist.

Die durch Thonerdesalze ausgeschiedenen Albuminate haben gallertähnliches Aussehen, sind sehr voluminös, wodurch dieselben die Fasern fein, dicht und gleichmäſsig mit wasserabstoſsenden Stoffen überziehen, in Folge dessen die so behandelte Faser gröſste Leimfestigkeit zeigt. Die voluminösen gallertartigen Albuminate füllen die im Papier entstandenen Zwischenräume möglichst dicht aus, so daſs das Papier nach dem Trocknen groſse Leimfestigkeit, Härte und Griff zeigt, sowie auch das mit Ammoniumalbumin geleimte Papier gröſsere Dehnungsfähigkeit hat, als das mit reinem Harzleim geleimte Papier, bei welchem Verfahren die Faser nur mit dem spröden Harze ausgefüllt und überzogen wird, wodurch die Faser spröde Eigenschaften erhält.

Das Ammoniumalbumin wird dem Holländer am besten gleich mit Beginn des Mahlprozesses zugetheilt in etwas concentrirter Lösung, so daſs 1l Flüssigkeit etwa 300 bis 400g Ammoniumalbumin gelöst enthält. Während dem Mahlprozeſs, der 4 bis 8 Stunden dauert, nehmen die Fasern die Albuminate aus der Lösung auf, so daſs die Faser im Innern damit vollständig ausgefüllt ist, der übrig bleibende Theil scheidet sich auf der Faser ab.

Erforderniſs für die gröſste Leimfestigkeit des Papiers.

Damit das Papier allen Ansprüchen an Leimfestigkeit entspricht, müssen die Fasern mit den wasserabstoſsenden Stoffen dicht überzogen, die im Papier entstandenen Zwischenräume vollkommen und dicht ausgefüllt sein, ferner ist nothwendig, daſs die Fasern vollständig mit den wasserabstoſsenden Stoffen durchdrungen und ausgefüllt sind. Es ist deshalb bei der Wahl der leimenden Stoffe besonders auf solche Rücksicht zu nehmen, welche im Stande sind, die Fasern auszufüllen und welche von den Fasern aus der Flüssigkeit aufgesaugt werden. Wie sehr dieses letztere besonders nöthig ist, sieht man am besten, wenn neue Fasern, sei es in Form von neuen Abschnitten oder auch als Faser selbst verarbeitet werden. Bei diesen Stoffen ist es kaum möglich, dem Papier die nöthige Leimfestigkeit zu geben, indem selbst beim sorgfältigsten Kochen die im Innern der Fasern enthaltenen Harze, Fette u.s.w. nicht entfernt werden können. Durch die Behandlung,