Text-Bild-Ansicht Band 275

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schwach, um das Innere vor dem Eindringen der Tinte zu schützen. Die Hitze der beiden Trockencylinder reichte jedoch nicht aus, um das Harz im Innern des Papiers zum Erweichen zu bringen, da die trockene Faser als schlechter Wärmeleiter die Hitze nicht nach dem Innern fortpflanzen konnte. Wurde die feuchte Papierbahn aber auf dem ersten Cylinder etwas stärker erhitzt und mit dieser Temperatur das Papier über die Trockenvorrichtungen geführt, so war diese Temperatur genügend, um das Harz so weich zu halten, daſs es auf dem letzten Cylinder noch so weit erwärmt werden konnte, um das Papier auf der Trockenpresse zu einer gleichmäſsigen Masse pressen zu können.

Der gleiche Zeug, welcher nach dem ersten Verfahren schlecht im Leime haltendes Papier gab, lieferte nach diesem Verfahren ein Papier, welches nicht nur gut im Leime hielt, sondern auch groſse Festigkeit und Dehnung zeigte.

Daſs das auf der Oberfläche der Faser fein ausgeschiedene Harz beim Erhitzen und Schmelzen des Harzes nicht zusammenläuft und gelb transparente Harzflecken bildet, wie man solches bei schlecht aufgelöstem Harz sehr häufig findet, dürfte seinen Grund auch darin haben, daſs neben der ausgeschiedenen Harzthonerde auch basische Thonerdesalze sich auf der Faser abgesetzt haben, welche das Zusammenschmelzen des Harzes nicht behindern, wohl aber das Zusammenlaufen der Harztheilchen zu groſsen transparenten Anhäufungen.

Frictionschüttlung.

Da bei dem Maschinenpapier die Schüttlung nur nach der Breitseite der Papierbahn stattfindet, so soll besonders auf die jetzt gebräuchliche Frictionschüttlung aufmerksam gemacht werden, denn für richtigen Schluſs des Papiers ist die Schüttlung Haupterforderniſs. Festigkeit, Leimsicherheit, beide sind mit von dem Schüttelprozesse abhängig, wobei sowohl die Anzahl der Schüttelstöſse als auch die sogen. Hubhöhe beachtet werden muſs.

Angaben über die Menge der zum Leimen nöthigen Stoffe.

Da aus den gemachten Angaben ersichtlich, von wie vielen Umständen die Leimung des Papiers mit Harz abhängig ist, indem auſser der Art des Leimes, der Art und Behandlung des Zeuges im Holländer und auf der Maschine, auch die Beschaffenheit des Wassers u.s.w. von Einfluſs ist, so lassen sich quantitative Vorschriften, welche für alle Verhältnisse sichere Leimung geben, nicht machen. Das für die einzelne Fabrik zutreffende günstigste Verhältniſs, wie viel von den genannten leimenden Stoffen genommen werden muſs, wird durch systematisch durchgeführte Proben erhalten, welche zum Ziele und sicheren Erfolg führen müssen, wenn die bei der Leimung des Papiers sich abspielenden Vorgänge richtig beachtet werden.