Text-Bild-Ansicht Band 275

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schwer zu entfernenden Geruch verarbeitet wird, so schnell eingeführt und verbreitet hat. Absolut gereinigten Spiritus liefert aber das Verfahren nicht.

Zu bemerken ist dazu, daſs die Untersuchungen des Verfassers nicht erschöpfende sind, indem dieselben wegen der unzureichenden, ihm damals zu Gebote stehenden Mittel auch nicht quantitativ ausgeführt werden konnten. Auch muſs erwähnt werden, daſs Grandeau bei der Prüfung des Verfahrens zu einem für dasselbe sehr günstigen Resultate gelangte (vgl. 1889 272 34).

Ueber das neue Reinigungsverfahren für Rohspiritus und Branntwein (D. R. P. Nr. 41207 vom 20. Februar 1887) von Dr. J. Traube (1889 273 322) berichtet der Erfinder in der Zeitschrift für Spiritusindustrie, Bd. 12 S. 230, woselbst sich auch eine Abbildung und Beschreibung des neuen, verbesserten, von der Braunschweigischen Maschinenfabrik construirten Apparates, wie des ganzen Verfahrens befindet. Die Verbesserungen gegenüber den bisherigen Constructionen des Apparates erstrecken sich im Wesentlichen darauf, die Schwierigkeiten zu beseitigen, welche bei den älteren Constructionen einer genügend schnellen und zahlreichen Abnahme der Schichten entgegenstanden. Die nach dieser Richtung vervollkommneten Vorrichtungen haben zu einem sehr günstigen Resultate geführt. Nach dem verbesserten Verfahren beträgt die Zeit, welche nöthig ist zur Erzeugung einer Fuselschicht, zum Abziehen derselben und zum Einpumpen der neuen Schicht, insgesammt nicht mehr als 4 bis 5 Minuten, wie sich ferner überhaupt nach den Angaben des Erfinders die Ausführung der ganzen Manipulationen des neuen Entfuselungsverfahrens so einfach stellt, daſs jeder Brenner binnen wenigen Tagen den Betrieb fehlerfrei erlernen kann. Der Verlust an Potasche hat sich bereits in dem halbjährigen Betriebe in Daber so gut als gleich Null herausgestellt, desgleichen wurde der spätere Dabersche Sprit nach Analyse von Birner als fuselfrei bezeichnet. Die Braunschweiger Sprite erhalten überall eine so günstige Beurtheilung, daſs jetzt mit Sicherheit gesagt werden darf: Es ist auch im kleinsten Betriebe möglich, ohne Kolonne gröſste procentuale Ausbeuten einer allen Ansprüchen der Hygiene gewachsenen fuselfreien Waare zu liefern. Rechnet man den noch aus den ersten Fuselölschichten gewonnenen Sprit mit, so erhält man 96 bis 98 Proc. eines fuselfreien guten Durchschnittsproductes, die ganz wesentlich verringerten Mengen des Vor- und Nachlaufs gelangen immer von Neuem in den Betrieb. Besonders wichtig ist es, daſs der Grad der Unreinheit der Rohwaare, ja selbst die Art der Unreinheit, bei dem Verfahren keine wesentliche Rolle spielt. Es ist gleichgültig, ob man einen unreinen 70 bis 80procentigen oder einen reineren 90procentigen Rohspiritus verarbeitet. Höhere Kolonnen für diesen Brennapparat können daher gespart werden. Auch macht es nach des Verfassers Erfahrungen wenig aus, welcher Art das Rohmaterial