Text-Bild-Ansicht Band 275

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ist, ob Kartoffel-, Korn-, Mais- oder Melassesprit oder selbst ein Nach- oder Vorlaufproduct, wenn nur die Zahl der Fuselabhebungen vermehrt wird, je unreiner das Rohproduct ist. In den Raffinerien soll das Verfahren, abgesehen von der Verarbeitung der Vor- und Nachlaufproducte, vor Allem an die Stelle der Kohlefiltration treten. Es läſst sich leicht unter Benutzung der bisherigen Rectificirapparate in den Groſsbetrieb einschalten und es fallen dann die groſsen Unbequemlichkeiten der Kohlefiltration weg, der Rectificationsverlust an Fuselöl und Sprit beim Ausglühen der Kohle wird vermieden, und der Effect in Bezug auf die erzielte Qualität der Waare dürfte ein bei Weitem erheblicherer sein. Die Rentabilität läſst sich leicht berechnen. Es würden daher all die verschiedenen Theile der Spritindustrie, vom kleinsten bis zum gröſsten Betriebe, bei dem Verfahren ihre Rechnung finden. Der Erfinder gestattet gern die Besichtigung des Betriebes in Braunschweig.

Um den Einwänden, daſs die mit seinem Verfahren combinirte Kolonne schon wesentlich zur Reinigung beitrage, zu begegnen und um festzustellen, wie groſs der allein durch sein Verfahren bewirkte Effect in Bezug auf Reinigung der Waare ist, stellte der Verfasser vergleichende Versuche mit und ohne Kolonne an, über welche er an derselben Stelle S. 238 berichtet. Wir lassen die Ergebnisse dieser Versuche auf S. 83 folgen.

Hieraus zieht der Verfasser folgende wesentliche Schlüsse. 1) Die Entfuselung gelingt durch den reinen Effect des Verfahrens ohne Kolonne um wenigstens 80 bis 100 Proc. Mit Sicherheit konnte in den Proben 8 bis 14 überhaupt kein Fuselöl mehr nachgewiesen werden. 2) Bei den vergleichenden Versuchen mit Kolonne ergibt sich eine erhebliche Verfeinerung im Aroma und Geschmack der Waare durch das Verfahren, vor allem auch eine wesentliche Verringerung des Vor- und Nachlaufs um wenigstens 20 Proc. 3) Die Ergebnisse der Röse'schen und capillarimetrisch-stalagmometrischen Methoden dürfen – der Erwartung gemäſs – in vielen Fällen nicht als Maſsstab für den Werth eines Sprits in commercieller Beziehung betrachtet werden. Producte, bei denen analytisch weit weniger Unreinheiten gefunden wurden als in anderen, haben oft einen erheblich schlechteren Geruch und Geschmack als andere mit mehr Unreinheiten. 4) Die Werthe der Chloroformmethode von Röse und der capillarimetrisch-stalagmometrischen Methoden von Traube zeigen groſsentheils eine recht gute Uebereinstimmung oder wenigstens Parallelität. Mitunter kommen jedoch auch bedeutende Abweichungen vor, wie z.B. bei Probe 7, welche der Verfasser darauf zurückführt, daſs die Röse'sche Methode, in obiger Weise angewandt, auch andere Unreinheiten als Fuselöl anzeigt. Für Abweichungen in entgegengesetzter Richtung, wie solche bei den Proben 1 und 2 beobachtet wurden, bleibt nach dem Verfasser nur die eine Erklärung übrig,