Text-Bild-Ansicht Band 275

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in einen oder mehrere Behälter mit einer der in Anspruch 1 bezeichneten Salzlösungen einströmt, dabei einen Theil von dieser aufnimmt, wodurch sich die Aldehyde und sonstigen Fuselöle abscheiden, um dann an geeigneter Stelle abgeleitet zu werden und durch Destillation aus der Mischung mit der Salzlösung den reinen Aethylalkohol zu gewinnen.

Verbesserungen in der Rectificirung von Alkohol, von André Theodor Christophe, Civilingenieur in Paris. Privilegium vom 1. Juni 1889. Das Verfahren besteht nach dem Illustrirten österreichisch-ungarischen Patentblatt, Bd. 9 S. 285, im wesentlichen in der Behandlung des verdünnten Sprits mit Legirungen von Natrium oder anderen Alkalimetallen mit Zinn entweder allein oder in Verbindung mit Chlorkalk oder anderen unter-chlorigsauren Salzen.

V. Schlämpe.

Ueber die Benutzung der Brennereigeräthe zur Bereitung von Viehfutter, der sogen. Kunstschlämpe, über deren Werth, besonders für die Milchproduction, wir schon mehrfach berichtet haben (vgl. 1889 273 327), sind vom Finanzministerium durch eine Circularverfügung vom 11. Juli 1889 unter Aufhebung der bisher gültigen Bestimmungen die nachstehenden Verfügungen erlassen.

Verzeichniſs der Vergünstigungen behufs Benutzung von Brennereigeräthen zur Bereitung von Viehfutter, welche zuverlässigen Brennereiinhabern auf Antrag und bei nachgewiesenem Bedürfnisse seitens der Hauptämter widerruflich bewilligt werden dürfen:

I. Erlaubniſs, die vorhandenen Dämpffässer und Vormaischbottiche zur Bereitung von Viehfutter aller Art, mit oder ohne Zusatz von Malz, zu benutzen.

Für im Betriebe befindliche Brennereien.

1) Die Erlaubniſs darf nur Inhabern nicht abgefundener Brennereien ertheilt werden. 2) Die Viehfutterbereitung unterliegt der Controle der Aufsichtsbeamten. 3) In dem Betriebspläne ist die Zeit, während welcher die Dämpffässer und die Vormaischbottiche zur Bereitung von Viehfutter benutzt werden sollen, die Menge des zu verwendenden Materials und die Art der Bereitung genau zu deklariren. 4) Die Bereitung des Viehfütters darf nur innerhalb der gesetzlichen Einmaischungs-zeit stattfinden und muſs entweder vor Beginn der Bemaischung des Vormaischbottichs zum Zwecke der Branntweinerzeugung beendet sein oder erst nach Beendigung sämmtlicher deklarirten Einmaischungen begonnen werden. 5) Das Viehfutter muſs nach beendeter Bereitung, eventuell nach beendeter Zuckerbildung, sofort aus der Brennerei entfernt werden und der Vormaischbottich zu diesem Zwecke mit einer besonderen Rohrleitung versehen sein, durch welche dasselbe direkt aus dem Brennereilokale herausgeschafft wird. Für Brennereien, in welchen die örtlichen Verhältnisse die Anlegung einer besonderen Rohrleitung