Text-Bild-Ansicht Band 275

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und Hubzahl der Fahrgestänge und zur Erzeugung von Hubpausen, bestehend aus zwei durch eine Stange verbundenen Steuerkolben KK1 und einem Steuerhebel o, welcher einerseits von einer kleinen Hilfswasserdruckmaschine W und andererseits, und zwar gleichzeitig, von einem der beiden Fahrgestänge F oder F1 mittels einer Zahnrad- und Zahnstangenübersetzung oder einer Hebelübersetzung bewegt wird.

Bericht über die Fortschritte der chemischen Technologie der Gespinnstfasern während des Jahres 1889; von Dr. Otto N. Witt.

(Fortsetzung des Berichtes S. 164 d. Bd.)

Die direkte Erzeugung der Azofarbstoffe auf der Faser macht groſse Fortschritte, namentlich im Elsaſs werden vielfach schöne Druck- und Farbeneffecte auf diese Weise erzielt. T. Buzzi veröffentlicht einen Artikel über diesen Gegenstand in der Industria auf Grund von Versuchen, welche in der Chemieschule zu Mülhausen angestellt wurden. Buzzi arbeitete hauptsächlich mit den Thioderivaten der aromatischen Basen. Die besten Resultate wurden mit Thioxylidin erzielt, welches durch Erhitzen gleicher Moleküle Schwefel und Xylidin auf 160 bis 170° unter gelegentlichem Zusätze von Bleioxyd erhalten wurde. Die Reactionsmasse wurde in Alkohol aufgenommen, die Lösung mit Salzsäure angesäuert, der Alkohol abdestillirt und der Rückstand mit Wasser ausgekocht. Die Lösung wurde mit Natronlauge gefällt, intactes Xylidin mit Wasserdampf abgetrieben und das zurückbleibende Thioxylidin in Chlorhydrat übergeführt. Die Diazoverbindung dieser Base zeigt eine so groſse Affinität für Baumwolle, daſs sie selbst aus einer halbprocentigen Lösung von dieser Faser ausgezogen wird. Die mit Diazoverbindung beladene Baumwolle kann an der Luft getrocknet werden. Die so vorbereitete Faser wurde nun mit alkalischen Lösungen von β-Naphtol, α-Naphtol, Brom-β-Naphtol, Resorcin und Phenol behandelt. Mit den erstgenannten 3 Phenolen wurden rothe Färbungen erzielt, während die beiden letztgenannten gelbe lieferten. Dieselben sind alle nicht flüchtig, ziemlich glänzend, wasch- und seifenecht, namentlich die β-Naphtolderivate sind glänzend und schön. Bei dem Eintauchen der Faser in das Naphtolbad findet ein Niederschlag in demselben nicht statt. Im direkten Aufdruck wurden bloſs auf folgendem Wege brauchbare Resultate erhalten: Die sehr beständige Diazoverbindung des Thioxylidins wurde mit Gummiwasser verdickt aufgedruckt und der Druck nach dem Trocknen durch Eintauchen in die Naphtollösung entwickelt. Schöne seifenechte Druckmuster wurden auf diese Weise erhalten.

E. Nölting bespricht in der Chemiker-Zeitung die von ihm entdeckten