Text-Bild-Ansicht Band 275

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werden, um das bei der Reduction entstehende Al2Fl6, 6NaFl an der Innenwand des Gefäſses zum Erstarren zu bringen, zwecks Bildung eines festen Futters, welches die Gefäſswandungen vor der Berührung mit der Schmelze und dem geschmolzenen Metalle schützt und welches Futter weder von der Schmelze noch von dem Aluminium zerstört werden soll. In Fig. 1 und 2 sind die für die Erzeugung von Aluminium construirten Einrichtungen dargestellt.

Ofen A mit Feuerungsanlage B und Schornstein C dient zum Erhitzen der mit Chamotte umkleideten eisernen Gefäſse D und E. Gefäſs D dient zum Erhitzen des Fluoraluminiums und ist unten mit dem Schieber s verschlossen. Gefäſs E dient zum Schmelzen des Natriums und kann durch den Hahn h entleert werden. F ist das gekühlte Reductionsgefäſs mit Rohrleitungen r und r1 zum Ein- und Austritte der Kühlflüssigkeit. G ist das Gefäſs, in welches die Schmelze gegossen wird; dasselbe erhält ebenfalls durch die Rohrleitungen r und r1 die Kühlung.

Durch Heizung auf dem Roste B werden die Retorten D und E auf Dunkelrothglut gebracht. Darauf wird D mit so viel Fluoraluminium gefüllt, wie es einer Beschickung entspricht. Nachdem das Fluoraluminium auf Dunkelrothglut erwärmt ist, was man an dem anfangenden Entweichen weiſser Dämpfe erkennt, wird die entsprechende Menge Alkalimetall in das Gefäſs E gebracht. Dasselbe schmilzt sehr rasch, wird dann sofort, nachdem es geschmolzen ist, durch Oeffnen des Hahnes h in das Reductionsgefäſs F abgelassen. Wenn alles Alkalimetall abgelassen ist, wird Schieber s geöffnet, sämmtliches Fluoraluminium fällt dann mit einem Male auf das Alkalimetall und die Reaction beginnt. Da das Fluoraluminium nicht geschmolzen, sondern pulverförmig das Alkalimetall bedeckt, so bleibt letzteres bis zum Schlusse der Reaction bedeckt, was bezüglich der Ausbeute von groſsem Werthe ist.

Durch die Reaction entsteht eine sehr hohe Hitze, und da die Mengenverhältnisse zwischen Alkalimetall und Fluoraluminium so gewählt worden sind, daſs nach der Reaction Kryolith entsteht, welcher bei Rothglut schon schmelzbar ist, so wird der ganze Inhalt dünnflüssig, erstarrt an den gekühlten Wandungen zu einer fingerdicken, die Wärme schlecht leitenden Kruste, welche weder von dem flüssigen Kryolith noch von dem Aluminium angegriffen werden kann, und ermöglicht wegen der Dünnflüssigkeit des Inhaltes das Ansammeln des Aluminiums zu einem Regulus ohne Anwendung von Fluſsmitteln. Nach erfolgter Reaction, die bei dem oben angegebenen Mischungsverhältnisse nur wenige Secunden dauert, und nachdem man das Reductionsgefäſs etwas hin und her geschüttelt hat zum raschen Absetzen des Aluminiums, wird das Gefäſs gekippt und in das gekühlte Gefäſs G (Fig. 2) entleert. Uie in dem Gefäſse F gebildete Kryolithkruste k bleibt sitzen und der Apparat ist wieder für eine neue Beschickung benutzbar.