Text-Bild-Ansicht Band 275

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die Schmelze leichtflüssiger zu machen. Die besagten Doppelfluoride gewähren auſser dem obigen noch den Vortheil, daſs sie sich durch Chloraluminium oder durch schwefelsaure Thonerde regeneriren lassen.

Als Beispiel kann die elektrolytische Behandlung der Doppel Verbindung Aluminiumstrontiumfluorid dienen. Wird diese unter Zusatz von Strontiumchlorid im Ueberschusse geschmolzen und der Einwirkung des elektrischen Stromes ausgesetzt, so scheidet sich nach Ansicht des Erfinders Aluminium vollständig aus; ein entsprechender Theil des Chlores (welches in geeigneter Weise abgeführt werden muſs) entweicht, und es verbleiben als Rückstand Strontiumfluorid und Strontiumchlorid.

Dieser Vorgang erfolgt nach der Gleichung:

(Al2F6 + 2SrF2) + 3SrCl2 + xSrCl2 = 2Al + 6Cl + (5SrF2 + xSrCl2).

Nach Entfernung des ausgeschiedenen Aluminiums wird die rückständige Masse behufs deren Regeneration mit einer wässerigen Lösung von Aluminiumchlorid im Verhältnisse von 1 Aeq. desselben zu 5 Aeq. Strontiumfluorid versetzt, gekocht und eingedampft und dadurch die ursprüngliche Schmelze wieder hergestellt, wie sich aus folgender Gleichung ergibt:

5SrF2 + xSrCl2 + Al2Cl6 = Al2F6 + 2SrF2 + 3SrCl2 + xSrCl2.

In gleicher Weise wie das Aluminiumstrontiumfluorid verhalten sich bezüglich der elektrolytischen Behandlung und der Regeneration die Doppelfluoride des Aluminiums mit Barium, Calcium und Magnesium, nicht aber das Aluminiumzinkfluorid. Aus sämmtlichen genannten Doppelfluoriden, einschlieſslich des letzteren, kann aber auch durch geeignete Metalle das Aluminium gewonnen werden; doch ist bei Anwendung von Alkalimetallen ein solches Quantum (3 Aeq.) eines Erdalkalichlorides, am besten Chlorstrontium, zuzusetzen, daſs die Bildung von Fluoraluminiumfluoralkali ausgeschlossen ist. Zur Zersetzung der Fluoride von Aluminiumstrontium, Aluminiummagnesium, Aluminiumbarium und Aluminiumcalcium eignen sich sämmtliche Alkalimetalle, während durch Magnesium und Zink das Aluminium sich nur aus Aluminiummagnesiumfluorid und Aluminiumzinkfluorid abscheiden läſst.

Bei der Regeneration der unter Anwendung von Alkalimetall entfallenen Rückstände muſs das in diesen enthaltene Alkalichlorid vorher ausgewaschen werden. Die Regeneration erfolgt dann analog dem beim Aluminiumstrontiumfluorid angegebenen Beispiele, und wird dann jedesmal durch Anwendung von wässerigem Aluminiumchlorid das ursprünglich angewendete Doppelsalz zurückgebildet. Die bei der Reduction mittels Magnesiums und Zinks sich ergebenden Rückstände, welche Magnesiumfluorid bezieh. Zinkfluorid enthalten, werden nach dem Auswaschen des Erdalkalichlorides (Chlorstrontium) mit 1 Aeq. einer wässerigen Lösung von schwefelsaurer Thonerde gekocht und eingedampft. Darauf wird das gebildete Magnesium- oder Zinksulfat sorgg