Text-Bild-Ansicht Band 275

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Um 100 Pfund Aluminium zu erzeugen sind 150 Pfund Aluminiumfluorid oder 200 Pfund Al2O3 erforderlich. Zudem setzt man zu dem Bade 100 Pfund NaCl, um sein Niveau constant zu halten. Theoretisch würden 84,4 Gew.-Th. Aluminiumfluorid zur Gewinnung von 27,4 Th. Aluminium aufgewendet werden müssen. Daſs weniger gebraucht wird, beruht auf dem Zusätze von Bauxit während der Elektrolyse. Das Elektrolysirgefäſs wird aus Guſseisen, die Elektroden werden bei der Darstellung von reinem Aluminium aus comprimirter Kohle hergestellt; soll Aluminiumbronze erzeugt werden, so ist die Kathode aus Kupfer gemacht, wohingegen sie aus Eisen besteht, wenn Ferroaluminium erzeugt werden soll. Der Niederschlag fällt in einen Graphitkübel. Um das guſseiserne Gefäſs vor Fluor zu schützen, schaltet Minet dasselbe in den Nebenschluſs zu der Kathode, und zwar durch einen Widerstand, welcher nur 10 Proc. des Stromes durchläſst. Das Aluminium setzt sich dann theilweise auch an den Gefäſswänden ab und verhütet den weiteren Contact desselben mit dem Fluor, was sehr wesentlich ist, wenn auch etwas Aluminium verloren geht. Ein Eisenbad halt ungefähr 13 Tage; in 12 Stunden kann man einen sogen. Ingot erzeugen. Aus einem Bade von 13 Cubikfuſs Inhalt kann man bei 1000 Ampère 8¾ Pfund reines Metall erhalten, während die Production von unreinem Metall bis zu 13 Pfund beträgt.

Das vorstehend beschriebene Verfahren ist bereits seit November 1888 bei Bernard Frères in Creil in Ausübung und werden dort täglich 33 bis 44 Pfund Aluminium erzeugt. Der Verkaufspreis beträgt gegenwärtig 40 Schilling das Pfund. Aluminium mit 4 bis 5 Proc. Eisen und 5 Proc. anderer Verunreinigungen kostet 20 Schilling. Ingots von 2,2 bis 220 Pfund, nach vorstehend beschriebenem Verfahren dargestellt, waren auf der Pariser Ausstellung zu sehen (vgl. auch Moniteur industriel, 1889 S. 396).

Otto Vogel bringt in der Oesterreichischen Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 1889 S. 394 bis 397, S. 408 bis 410 und S. 417 und 418, „Bemerkungen zur Aluminiumfrage“. In diesem Aufsatze, welcher im Wesentlichen die historische Entwickelung der Aluminiumfabrikation beleuchtet, sind unter anderen auch die nachstehenden Mittheilungen enthalten.

Korund wird in gröſseren Massen in den Ausläufern des Alleghanigebirges in Nord-Georgien gewonnen, welches Vorkommen im J. 1869 bereits von W. P. Thomson entdeckt wurde. Seit dieser Zeit wurde daselbst Korund in Serpentin an etwa 30 Stellen gefunden. Der Verkaufspreis beträgt gegenwärtig 10 Dollar die Tonne (vgl. auch Journal of Ute Society of Chemical Industrie 1886, April).

Für Bauxit, nächst dem Korund und dem Kryolith das wichtigste Aluminiummaterial, werden neben den verschiedenen alpinen Vorkommen noch folgende Fundorte erwähnt: Departements Var und Bouches du