Text-Bild-Ansicht Band 275

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Auf die elektrolytische Abtheilung folgten die Producte des gewöhnlichen Hüttenprozesses: Werkblei, Handelsblei, Antimonialblei in Barren, rothe Handelsglätte in ganz feinen und gröberen Schuppen, antimonsaures Bleioxyd (Abstrich) und Stückglätte.

Vitriole waren in denkbar reinsten Exemplaren von seltener Krystallgröſse und noch an den Bleiruthen festsitzend, systematisch aufgehängt; es waren dies Nickel-, Kupfer-, Eisen- und Salzburger Vitriol in je 2 und 4 Exemplaren, dann noch eine Composition Einzelkrystalle hervorragender Gröſse. Wegen der allzuleichten Verwitterung muſsten diese Vitriole öfter ausgewechselt werden.

Nebenproducte der Elektrolyse waren: ein Barren Rohgold, eine Gold-Kathode und ein geschmolzener Goldbarren 1000/1000 fein. Die Kathoden hatten eine mehr höckerige Oberfläche in Folge unregelmäſsiger kleiner Auswüchse, dagegen war das Gold im geschmolzenen Zustande schön spiegelnd. Eine eigenthümliche Erscheinung zeigt jedoch das hochfeine Gold noch, wenn es in Barren gegossen möglichst schnell gekühlt worden ist, indem sich mehr oder weniger groſse Lamellen gebildet haben, deren Begrenzung schwach trümmerartig zerrissen ist; dagegen bei gröſseren Barren, die einer langsameren Erstarrung unterliegen., concentriren sich diese Lamellen in der Längsbasis und bilden eine zerrissene tiefe Rinne, die sich nach den Enden allmählich verliert.

An Präparaten gab es noch Platinschwamm, Platinsalmiak, Bleisuperoxyd, Chlorpalladium, sämmtlich Nebenproducte der Goldelektrolyse.

Das Silber war in Barren verschiedener Grösse vertreten, theils aus der Elektrolyse, theils auf gewöhnlichem Wege dargestellt, ebenso auch ein Schauglas mit Kathodensilber, das bekanntlich wie Zinn nicht fest, sondern schuppig sich abscheidet.

Die jährliche Durchsetzmenge an Rohmaterial, sowie die Gesammtproduction an Handelswaare ist durch Würfelsysteme veranschaulicht worden.

Für das Rohschmelzen in Schachtöfen zeigte ein aus Glasscheiben zusammengestellter Würfel an seinen Flächen je 12 Felder von gleichmäſsiger Länge, die je nach der Quantität und dem Gewichte der einzelnen Beschickungsmaterialien ein mehr oder weniger ungleichmäſsiges Volumen hatten. Durch sinnreiche Abwechselung der Farbenauswahl war eine scharfe Begrenzung erreicht und somit sehr übersichtlich gemacht worden. Dieser Würfel maſs etwa 11cm und entsprach 1/120000 des jährlich zu verarbeitenden Quantums.

Das Gesammtgewicht der hieraus gewonnenen Edelmetalle ergib sich aus einem Würfelsystem, das das Verhältniſs des der Scheidung unterworfenen Silbers und Goldes veranschaulicht, und zwar ein 4½cm Silberwürfel etwa 954g schwer und ein 1cm Goldwürfel 19g,26 schwer.