Text-Bild-Ansicht Band 274

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besteht aus 10 Lagen; dementsprechend muſs die Filterfläche des letzteren erheblich gröſser sein als die des ersteren. Jedes der Taschenfilter wird in (einen oder mehrere) Winkeleisenrahmen b eingespannt, der luftdicht in seinem Blechkasten eingenietet ist; dieser Rahmen trägt eine Anzahl Stiftschrauben, auf welche die Kragen des Filtertuchs geschoben werden; die Kragen der verschiedenen Lagen des Tuchs werden dabei auf einander gelegt und mittels eines Flacheisenrahmens g durch die auf den Stiftschrauben befindlichen Muttern zusammengedrückt und abgedichtet. Um das Zusammenklappen der Taschen durch den Druck der zu filternden Luft zu verhüten, werden in dieselben starke Rohrgestelle f eingeschoben, welche mittels zweier darüber fortlaufender Winkeleisen h durch vier kräftige Schrauben in die Taschen gepreſst werden. Jede Tasche ist an fünf Seiten geschlossen und an der sechsten Seite offen, wo die filtrirte Luft austritt, deren Richtung durch Pfeile angedeutet ist.

Behufs Sterilisirung, d.h. zur Tödtung der in dem Filterstoffe und in dem Reinluftraume enthaltenen Mikroben, läſst man bei s Dampf einströmen, der die Filtertücher durchdringt und durch die Reinluftröhre abströmt, diese gleichzeitig sterilisirend; währenddeſs schlieſst man die Lufteintrittsöffnung durch einen Blindflansch ab, um den Austritt des Dampfes dort zu hindern. Nach dem Sterilisiren das Filtertuch trocknen zu können, ist zwischen Hauptfilter und Vorfilter eine mit gespanntem Dampfe zu füllende Heizschlange h angebracht, aus der das gebildete Condenswasser ebenso wie aus dem Filter durch einen Condenswasserapparat abgeleitet wird. Während des Trocknens wird ein kräftiger Luftstrom mittels eines Ventilators durchgelassen, welch letzterer auch während des demnächstigen Betriebes des Luftfilters die erforderliche Druckluft liefert. Um das Eindringen von Mikroben während des Stillstandes des Ventilators zu hindern, befindet sich in der mit dem Filterkasten luftdicht verbundenen Reinluftleitung ein Wasserverschluſs. Bei fachgemäſser Behandlung kann völlige Keimfreiheit der filtrirten Luft erzielt werden.

Um sich fortlaufend derselben zu vergewissern, befindet sich an dem Reinluftraume des Filterkastens ein Luftprüfer L, bestehend aus einem Lufthahn mit Schutzhaube, welche letztere das Hineinfallen von Keimen aus der Luft während der Probenahme verhütet. Die Proben werden in der Weise aufgestellt, daſs man die zu untersuchende Luft in einen mit Nährgelatine ausgekleideten sterilisirten Kolben strömen läſst. Enthält die Luft Keime, so bilden sich auf der Nährgelatine längstens in 8 bis 10 Tagen (!) Kolonien der fraglichen Mikroben; bleibt die Gelatine unverändert, so war die Luft keimfrei.

Das erste nach Angabe der Fabrikanten völlig keimdichte Filter wurde an Macheleidt und Comp. in Scheibe i. Th. im August 1887 geliefert und ist ununterbrochen in Betrieb gewesen; es liefert die Luft