Text-Bild-Ansicht Band 274

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für die Ummantelung des Kühlers und den Gährkeller (bezieh. den Kaum für Hefereinzucht). Kürzlich ist eine complete Filteranlage für die Herren H. J. ten Doornkaat-Koolmann, Bayrisch-Bierbrauerei, Westgaste bei Norden (Ostfriesland), und zwei einfache Keimfilter für die Maschinenfabrik Germania in Chemnitz (für das Böhmische Brauhaus Berlin) geliefert worden. In allen diesen Fällen haben sich diese Filter vortrefflich bewährt und der von ihnen zu lösenden Aufgabe bestens entsprochen, so daſs diese Apparate vollkommen geeignet erscheinen, in Verbindung mit den früher beschriebenen Kühl- und Klärvorrichtungen die Infection in der Brauerei in wirksamster Weise zu verhüten.

Eine von Richard Papperitz in Berlin ausgestellte Luftfiltriranlage war folgende:

Ein länglicher viereckiger Kasten trägt in einiger Entfernung über dem Boden einen zweiten Boden, welcher nicht über die ganze Länge reicht, und über diesem zweiten Boden eine gerade Zahl senkrecht eingeschobener Zwischenwände, welche abwechselnd oben und unten eine Oeffnung über die ganze Kastenbreite lassen.

Oben ist der Kasten durch einen Deckel geschlossen, welcher nur zwischen der letzten Zwischenwand und der Riemenwand des Kastens eine Oeffnung nach oben trägt. Zwischen den eingeschobenen senkrechten Wänden sind liegende Rohre in die Seitenwände des Kastens eingedichtet, welche durch auſserhalb des Kastens liegende Doppelbogen unter einander zu mehreren Schlangen verbunden sind. Der übrige senkrecht auf- und abgewundene Raum zwischen den Scheidewänden ist mit losen, sehr luftdurchlässigen, scharfkantigen, feinen Metalldrehspänen angefüllt. Am geschlossenen Ende des Raumes zwischen den Böden ist die Eintrittsöffnung für die zu reinigende Luft angebracht. Zu beiden Seiten des Lufteinganges sind in demselben Raume einander gegenüber mehrere Streudüsen angebracht, durch welche hoch gespanntes Wasser während des Lufteinganges zu feinstem Nebel zerstäubt wird. Durch die wagerechten Rohrschlangen wird auf einige Grade unter Null abgekühltes Salzwasser geführt. Am obersten, dem Eingangsende der Rohrschlange, und am untersten, dem Ausgangsende, sind je zwei Ventile angebracht, welche ermöglichen, daſs man statt der kalten Salzlösung gespannten Dampf durch die Rohrsysteme schicken kann. Ueber dem Deckel des Kastens führt aus der letzten Kammer ein Kanal nach dem Verwendungsorte der gereinigten Luft. Der letzte aufsteigende Theil des auf- und abgewundenen weiten Kanales im Kasten, der an der Erwärmung und Abkühlung des Kasteninhaltes Theil nimmt, ist mit feinster Glaswolle angefüllt. Der ganze Kasten ist so schräg aufgestellt, daſs das Gefälle in der Richtung der einströmenden Luft nach einer Ecke des Kastens gerichtet ist, und dieser ist an der tiefsten Stelle mit einem Wasserableiter versehen. Ebenso ist am tiefsten Punkte einer jeden zwischen den senkrechten Wänden gebildeten Kammer ein solcher