Text-Bild-Ansicht Band 274

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des Schlammes dienen. Natürlich muſs trotz dieser Vorrichtung wie bei allen Wasserröhrenkesseln ein thunlichst reines, schlämm- und kesselsteinfreies Speisewasser unbedingt angewendet werden.

Die Dampfentnahme erfolgt durch ein im Dampfraume des Oberkessels liegendes und als Wasserabscheider dienendes Rohr, welches auf seiner ganzen Länge geschlitzt ist.

Der Wasserröhren-Unterkessel besteht aus 68 Röhren von je 89mm äuſserem und 82mm innerem Durchmesser. Der Oberkessel, welcher die Armatur trägt, hat 1m,5 Durchmesser bei 5m,4 Länge. Die gesammte Höhe des Kessels, welcher vollständig eingemauert ist, beträgt 4m,25. Die Feuergase umspülen den Unterkessel vollständig und berühren den Oberkessel.

Der neben diesem Kessel liegende Wasserröhrenkessel von Simonis und Lang in Frankfurt a. M. hat im Wesentlichen gleiche Bauart. Nur hat der Wasserrohr-Unterkessel eine gröſsere Neigung (etwa 1 : 5) von vorn nach hinten, während der Oberkessel, der an beiden Enden auch hier mit den Endkammern des Röhrenkessels verbunden ist, ziemlich wagerecht liegt.

Das Speisewasser wird auch hier dem Oberkessel von hinten her durch ein Rohr zugeführt, welches an der Stirn des Oberkessels einmündet, um vom hier aufsteigenden Dampfwasser nach hinten vertheilt und den Wasserröhren zugeführt zu werden. Im Oberkesselboden sind mehrere Querwände angeordnet, welche als Schlammfänger dienen sollen. Die Dampfentnahme findet durch einen aufgesetzten Dom statt.

Abschluſs und Abdichtung der Wasserröhren nach auſsen erfolgt durch Verschluſsdeckel, welche von innen nach auſsen conisch abgedichtet sind und doch von auſsen eingeschoben werden. Fig. 1 a und b erläutern die hier getroffene Anordnung. Der Durchmesser a ist gröſser als der Durchmesser b, so daſs der Deckel gemäſs Fig. 1 b leicht eingebracht werden kann, um nach Drehung in seiner Achse um 90° die Rohröffnung abzuschlieſsen. Der Deckelbolzen wird dann im Bügel verschraubt.

Der Kessel, welcher 80qm Heizfläche besitzt, ist mit einer sogen. rauchverzehrenden Feuerung (Fig. 2) von H. Schomburg Söhne in Berlin ausgerüstet, welche aber geradezu unerhört raucht. Die Feuerung besitzt einen Fülltrichter, aus welchem die Kohlen allmählich auf eine schräge Rostfläche und dann auf einen Planrost fallen, um auf ersterer zu vergasen und auf letzterem zu verbrennen. Die sich bildende Stichflamme tritt durch einen Spalt im Gewölbe unter den Kessel.

Zwischen beiden Kesseln liegt der zur Reinigung des benutzten Kesselspeisewassers dienende Apparat, welcher von der Maschinenbauanstalt Humboldt in Kalk bei Köln gebaut und aufgestellt ist.

Das harte Wasser wird von einer Pumpe in den Zufluſsbehälter A (Fig. 3 und 4) geleitet.