Text-Bild-Ansicht Band 274

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Aus diesem flieſst so viel Wasser in den darunter stehenden Behälter B als die in diesem aufzulösenden Zusatzmittel erfordern. Der Reagentienbehälter B ist durch eine Scheidewand in zwei Hälften getheilt; bevor die eine Hälfte des Behälters von der Reagenslösung entleert ist, wird die andere vorgerichtet, so daſs ein beständiger Abfluſs stattfindet. Der selbsthätige Regulator C regelt, dem Bedarfe entsprechend, mittels Schwimmer den Zufluſs, sowohl von hartem Wasser aus A, als von Reagenslösung aus B, in den Setzkasten D; dieser enthält in seinem Inneren eine Reihe flacher, geneigter Wände, um welche die Flüssigkeit in vielfachen Windungen hindurchflieſst. Auf diesem Wege findet die praktisch vollkommenste Ausscheidung der kalkhaltigen Salze des Wassers, des Gypses sowohl als des kohlensauren Kalkes, statt: der ausgeschiedene Schlamm rutscht an den geneigten Wänden abwärts in die Spitzkasten a, aus denen derselbe von Zeit zu Zeit durch Hähne abgelassen wird. Das weichgemachte Wasser hingegen tritt bei b stetig aus, nachdem es zuvor noch durch eine Filterschicht c (Hobelspäne o. dgl.) gegangen ist, welche etwa mechanisch mitgerissene feste Theile zurückhalten soll und zur Regelung des Wasserstandes im Apparate dient.

Die Mengen der Zusätze an Soda und ungelöschtem Kalke richten sich naturgemäſs nach der chemischen Zusammensetzung und der in der Stunde zu behandelnden Menge des harten Wassers.

Zur Förderung des Kesselwassers in die Kessel dient eine Worthington-Pumpe (vgl. 1886 259 478) der Worthington-Pumpen-Compagnie in Berlin. Die Eigenthümlichkeit dieser Pumpe besteht in der Anordnung zweier direkt wirkender Dampfpumpen neben einander, welche derart zu einander in Verbindung gesetzt sind, daſs die eine den Dampfschieber der anderen regelt. Jeder arbeitende Kolben öffnet, bevor er seinen Hub beendet, den Dampfzutritt der anderen Pumpe, bleibt dann stehen und geht erst dann zurück, wenn sein eigener Schieber durch den anderen Pumpenschieber geöffnet ist. Demnach ist ein stoſsfreier Gang ermöglicht und ein Schwungrad überflüssig, weil kein todter Punkt vorhanden ist.

Der Hebel F (Fig. 5), welcher dem Schieber E seine Bewegung ertheilt, nimmt am gesammten Hube Theil. Für Druckhöhen bis 10at gelangt ein in einer Metallbüchse geführter Plungerkolben B zur Anwendung; Dampfkesselspeisepumpen erhalten massive Kolben. Die Pumpenventile sind entweder Metallventile oder je nach Zweck Gummiventile, welche mittels einer Messingfeder auf ihren Sitz gepreſst werden, und bei denen zur Erzielung gleichmäſsiger Druckvertheilung zwischen Feder und Gummiplatte eine dünne Messingplatte eingeschaltet ist. Die Hubzahl beträgt für jeden Plunger in der Minute für kleinere Pumpen 75, für gröſsere 30 bis 50. Das Wasser tritt in die untere Kammer C ein und geht durch die Saugventile um den Pumpenkolben B herum; durch