Text-Bild-Ansicht Band 274

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die Druckventile tritt es dann in die Druckkammer D über; wie aus der Fig. 5 zu ersehen, ist also der von der geförderten Flüssigkeit zurückzulegende Weg ein fast gerader. Für hohe Pressungen, sowie bei Förderung unreinen Wassers werden Plunger mit auſsenliegender Stopfbüchse angewendet. – Die Dampfcylinder der in obiger Figur dargestellten Pumpenanordnung müssen stets mit voller Füllung, also mit geringem Wirkungsgrade arbeiten. Um diesem Mangel an Oekonomie entgegenzutreten, wendet man bei gröſseren Leistungen, besonders für Wasserwerke, Verbund- oder Compoundpumpen an, indem die Zwillingspumpen mit zwei Paaren Woolf'scher Maschinen mit hinter einander liegenden Cylindern gekuppelt sind. Da das hierdurch erzielte Expansionsverhältniſs auch nur höchstens 1 : 4 beträgt, so werden die Worthington-Verbunddampfpumpen in neuester Zeit mit einer eigenartigen Hilfsvorrichtung ausgestattet, welche in beiden Dampfcylindern jede beliebige Expansion gestattet. Diese Vorrichtung besteht im Wesentlichen aus zwei kleinen schwingenden Cylindern, deren Kolben mit der Kolbenstange der Pumpe gelenkig verbunden sind und welche mit hoch gepreſstem Wasser oder Glycerin gefüllt sind. Während der ersten Hälfte des Pumpenhubes wirken diese kleinen schwingenden Cylinder als Widerstand und nehmen Arbeit auf, welche sie während der zweiten Hälfte des Hubes wieder abgeben, so daſs sie ausgleichend wie ein Schwungrad wirken.

In dem auf der anderen Seite der Maschinenhalle liegenden Kesselhause befindet sich ein Mac-Nicol-Kessel von Petry-Dereux in Düren. Wie Fig. 6 erkennen läſst, liegt über der Feuerung – hier ist eine Donnely'sche Wasserrostfeuerung vorgesehen (vgl. 1886 259 * 155 und 1887 264 * 9) – ein schräger, ziemlich kurz gehaltener Wasserrohrkessel, dessen vorderes Ende an den groſsen Oberkessel angeschlossen ist, während er hinten in einen Unterkessel mündet, welcher an beiden Enden mit dem Oberkessel verbunden ist. Der Wasserumlauf wird durch die eingezeichneten Pfeile angegeben.

Die Speisung erfolgt durch das abgebogene Rohr a, während der Dampf aus einem besonderen Dome entnommen wird.

Diesem Kessel, welcher eine gesammte Heizfläche von 100qm hat, liegt der Gedanke zu Grunde, durch das Röhrenbündel eine möglichst groſse Heizfläche auf einem kleinen Raume zu vereinigen und doch alle Vortheile eines Groſswasserraumkessels zu behalten.

Der Kessel hat eine Länge von 8m; der Wasserröhrenkessel besitzt 69 Röhren von 95mm Weite und ist 3m lang, der Hinterkessel hat 0m,750 Durchmesser bei 5m Länge, der Oberkessel 1m,300 Durchmesser bei 8m Länge. Zu beachten ist, daſs der ausgestellte Kessel nur an seinem hinteren Ende fest gelagert, am vorderen Ende aber auf glatte Unterlagen gelegt bezieh. aufgehängt ist, so daſs er sich ungehindert ausdehnen kann.