Text-Bild-Ansicht Band 274

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Das Speisewasser wird von einer Hülsenberg'schen direkt wirkenden Dampfpumpe (vgl. 1886 261 * 317) geliefert; das Kesselwasser wird jedoch erst in einem Dervaux'schen Speisewasserreiniger gereinigt, welcher von H. Reisen in Köln geliefert ist.

Der Dervaux'sche Kesselreinigungsapparat (Fig. 7) besteht aus einem, mit einem Rippenkopfe C versehenen Schlammsammler D und einem zur Aufnahme von Soda und Kalk oder kaustischer Soda oder Natronlauge dienenden Topf L. Der Schlammsammler, welcher stets über dem Kessel stehen muſs, ist mit demselben durch die Rohre R und V verbunden, während der Topf L in die Speiseleitung eingeschaltet ist. Der Topf L kann jedoch fortbleiben, wenn die Einführung von Soda u.s.w. entweder durch Einbringen in den etwa vorhandenen Speisebehälter oder in die Saugeleitung der Speisepumpe bewerkstelligt werden kann. Im letzteren Falle stellt man an einen leicht zugänglichen Ort der Saugeleitung der Speisepumpe ein Gefäſs, welches mittels eines eintauchenden Röhrchens oder Schlauches mit dem Saugerohre zu verbinden ist, so daſs während des Pumpens die in Lösung vorhandenen Chemikalien allmählich aufgesaugt werden. Die Einführung kann durch ein eingeschaltetes Hähnchen so geregelt werden, daſs sie auf den ganzen Tag gleichmäſsig vertheilt wird, was der zeitweiligen Einführung vorzuziehen ist. Sämmtliche Röhren werden durch den Stutzen M in den Kessel eingeführt. Das Rohr V besitzt in der Höhe des mittleren Wasserstandes einen Schlitz P und ist über dem Kessel von einem Umhüllungsdampfrohre U, welches eine Wärmeausstrahlung des Rohres V verhindert, centrisch umgeben. In den Topf L bezieh. in die Speiseleitung oder den Speisebehälter werden täglich einmal die vorher ungefähr bestimmten Chemikalien eingeführt, welche durch das Speisewasser in den Kessel geführt werden. Im Kessel geht die Ausscheidung der Stein bildenden Salze, kohlen- und schwefelsaurer Kalk, kohlensaure Magnesia u.s.w. vor sich, welche zunächst als Schlamm und Schaum, theils auf, theils in dem Wasser schwimmen, bevor sie zur Ablagerung gelangen können. Da nun das Wasser so kräftig durch den Apparat umläuft, daſs die ganze Wassermenge des Kessels in 10 Stunden 5 bis 10 mal durch denselben gelangt, so wird nach und nach sämmtlich sich bildender Niederschlag in dem Schlammsammler D abgesetzt, von wo er täglich durch mehrmaliges, secundenlanges Oeffnen des Reinigungshahnes N abgeführt wird. Durch Anordnung des Apparates über dem Kessel ist der Druck im Rippenkopfe des Schlammsammlers um so viel geringer gegenüber dem im Kessel selbst, als die Wassersäule zwischen dem Wasserspiegel im Kessel und dem im Rippenkopfe ausmacht. Dieser Druckunterschied genügt, um eine heftige Dampfentwickelung in der Wassersäule des Steigrohres V herbeizuführen, da das darin aufsteigende Wasser verhindert ist, Wärme abzugeben, bis es über das Schutzrohr U heraustritt. Es ist also die aufsteigende