Text-Bild-Ansicht Band 274

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der aufsteigenden Dämpfe und des dampfführenden Wassers. Diese Trennung geschieht einerseits durch die in die Trennungskammer eingesetzten Scheidewände, andererseits durch die in jedes einzelne Siederohr eingesetzten Speiserohre. Die Einführung des Wassers geschieht vorn in dem Theile des Oberkessels, in welchen auch vorn die aufsteigenden Dämpfe und das dampfführende Wasser zuerst gelangen, und scheiden sich hier die Schlamm theile und die kesselsteinbildenden Stoffe durch die plötzliche starke Erwärmung des Speisewassers aus. Das Speisewasser durchzieht hiernach die beiden Theile des Oberkessels in ihrer ganzen Länge, gelangt dann erst nach dem vorderen Theile der Trennungskammer und von hier durch einzelne Speiserohre in die Siederohre. Hier beginnt die eigentliche Dampfentwickelung, welche durch die dünnen Wandungen der Rohre und die senkrechte Führung der Feuergase zu denselben wesentlich befördert wird. Die Dämpfe steigen in dem hinteren Theile der Kammer nach dem Oberkessel, durchziehen denselben bis zu dem Dome. Bei diesem langen Wege werden sämmtliche im Dampfe haftenden Wassertheile ausgeschieden und somit der Dampf getrocknet.

Das aus dem Dampfe ausgeschiedene Wasser tritt mit dem Speisewasser auf dem vorher beschriebenen Wege wieder nach den Siederohren. Dieser Umlauf des Wassers im Kessel verhindert eine Ablagerung in den Siederohren, welche nur in den Oberkesseln stattfinden kann, und zwar hauptsächlich in dem hinteren Theile derselben, da dieser auſserhalb des Umlaufes liegt und dadurch einen natürlichen Schlammsack bildet. Am tiefsten Punkte des Oberkessels und auſserhalb des Mauerwerkes befindet sich der kegelförmige Ablaſsstutzen, welcher das Ausblasen des Schlammes jederzeit vollständig und ohne jegliche Betriebsstörung ermöglicht.

Die Scheidewand in der Trennungskammer ist so angeordnet, daſs die Herausnahme der Speise- und Heizrohre, sowie auch das vollständige Reinigen der letzteren mit Leichtigkeit stattfinden kann. Die Siederohre sind an ihrem vorderen Ende mit einem aufgeschweiſsten, conisch abgedrehten Ringe versehen und mit demselben in die hintere Wand der Trennungskammer frei von Hand, ohne gerollt oder gewalzt zu werden, eingesetzt und werden durch den Wasser- bezieh. Dampfdruck abgedichtet. Das vollständige Freiliegen der hinteren Rohrenden ermöglicht ein ungehindertes Ausdehnen der einzelnen Rohre, wodurch das bei anderen Systemen so lästige und so oft beobachtete Krumm werden der Rohre vermieden ist. Die Verschlüsse sind in Schmiedeeisen hergestellt und so bearbeitet, daſs sie, ohne Dichtungsmittel zu gebrauchen, vollständig abdichten. Die Verschlüsse in der Trennungskammer werden durch den Wasser- bezieh. Dampfdruck in den Kegel eingepreſst, so daſs ein Nachziehen nie erforderlich, sogar ein Lösen der Schrauben während des Betriebes gestattet ist.