Text-Bild-Ansicht Band 274

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ausgehen. Der Oberkessel wird jetzt in einem Stücke durch Schweiſsung hergestellt, so daſs unbequeme Dichtungen vermieden werden.

Der Lilienthal'sche neue Dampferzeuger dient zum Betriebe der Maschinerie für ein groſses Nebelhorn, welches mittels verdichteter Luft zum Ertönen gebracht wird. Die Luft wird durch eine Pumpmaschine bis auf 4at in einen Behälter verdichtet, welcher das Nebelhorn – eine dreistimmige Sirene – auf 15 Minuten in Betrieb erhalten kann. Während dieser Zeit muſs nun der Lilienthal'sche Kessel im Stande sein, genügend Dampf zum Anlassen und zum Betriebe der Luftpumpe zu liefern.

Der Dampferzeuger besteht aus mehreren mehrfach hin und her gewundenen über einander liegenden Perkins-Röhren von 22mm lichter Weite, welche in Verbindung mit einander stehen; die unteren Züge der Rohre umschlieſsen den Feuerraum, während durch die oberen Züge die Feuergase mittels Lenkplatten durchzustreichen gezwungen werden. Die Rohre sind so über einander gelegt, daſs sie nahezu ein Quadrat bilden, welches etwa unter 45° schräg gestellt ist. Das Rohrviereck wird durch einen guſseisernen Kasten eingeschlossen.

Das Speisewasser wird in das an der höchsten Stelle des Kessels liegende Rohr stetig zugeführt, um nach den untersten Lagen über der Feuerung gedrängt und hier überhitzt zu werden, so daſs es bei seinem nun erfolgenden Aufstiege allmählich verdampfen kann.

Für einen normalen Betrieb dieses Dampferzeugers erscheint reines, kesselsteinfreies Speisewasser Vorbedingung. Zu diesem Behufe ist eine Oberflächen-Condensation angebracht, welche die Wiedergewinnung des Dampfwassers gestattet.

Modelle erläutern den Zwergkessel von Paul Preunicke und Comp. in Berlin.

Dieser Dampferzeuger besteht aus vier einzelnen durch Kreuzstutzen, mit einander verbundenen Kesseln, derart, daſs die beiden Seitenkessel an ihren Enden Vollkessel sind, während in der Mitte ein Röhrenbündel liegt. Ist schon die Verbindung des Vollkessels mit dem Wasserröhrenkessel eine glückliche zu nennen, so sind in der gleichzeitigen Verbindung des Ober- und Unterkessels, ersterer als Dampfsammler, letzterer als Vorwärmer, die Vortheile der verschiedensten Dampfkesselsysteme vereinigt.

Der Kessel besitzt einen groſsen Wasserraum, so daſs bei veränderlicher Dampfentnahme keine störenden Schwankungen in der Dampfspannung eintreten. Die Feuergase bestreichen zunächst das Röhrenbündel, gehen über den hinteren Vollkessel weg, vereinigen sich unter dem Dampfsammler, umspülen hierauf den Vorwärmer (Bouilleur) und gehen sodann im Fuchse ab. Auſserdem erhalten die vorderen Enden der Vollkessel und der Vorwärmer durch das hocherhitzte Mauerwerk noch indirekte Heizung. Durch die Anwendung des Vorwärmers, in