Text-Bild-Ansicht Band 274

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welchem sich die hauptsächlichsten schlechten Wasserbestandtheile absetzen, kann nur reineres Wasser in den Röhrentheil gelangen, welch letzterer ohnedem durch den starken Umlauf des Wassers in den Röhren nur geringe Ablagerungen in denselben zuläſst. Das Wasser kann öfters und während des Betriebes abgelassen werden. Der Dampfkessel ist gegen gefährliche Explosionen gesichert, da bei zu hoher Spannung bezieh. bei Zerreissen eines oder mehrerer Röhren, die Spannung langsam nach unten entweichen kann, während das gleichzeitig ausströmende Wasser das Feuer auslöscht.

Die Ausführung dieses Kesselsystemes kann so bewerkstelligt werden, daſs die einzelnen Kessel an den Kreuzstutzen entweder durch Umflanschungen mit Winkelringen, oder Verschraubungen derart von einander getrennt werden, daſs die drei Unterkessel gesondert sind, während die Kreuzstutzen an dem Oberkessel hängen bleiben. Hierdurch wird möglich gemacht, daſs wenn z.B. der eine Röhrenkessel ausbesserungsbedürftig werden sollte, der Betrieb mit dem anderen Röhrenkessel fortgesetzt werden könnte. Auch dürfte diese Trennung für den Transport und die Aufstellung des Kessels vortheilhaft sein. Bei Raummangel ist die Anordnung nur eines Seitenkessels möglich.

Von der Berliner Maschinenbau-Gesellschaft vormals Schwartzkopff ist – allerdings nicht im Betriebe – ein Kessel von 77qm Heizfläche nach dem Systeme Babcock-Wilcox (vgl. 1888 269 * 449) ausgestellt. Der Kessel besteht vollständig aus Schmiedeeisen, ist ohne Stehbolzen und Versteifungen durchweg mit metallischen Verbindungen ausgeführt. Die Wasserröhren liegen unter 30° nach hinten geneigt. Die einzelnen senkrechten Reihen sind zu einander versetzt angeordnet, so daſs ein lebhafter Wasserumlauf gewährleistet wird. Die Röhren münden an beiden Enden in schmale Wasserkammern, denen eine eigenthümliche Zickzackform gegeben ist, um die Wasserrohre in gedachter versetzter Weise anordnen zu können. Am tiefsten Punkte liegt ein Schlammsammler. Natürlich besitzt auch dieser Kessel einen groſsen, als Dampfsammler dienenden Oberkessel.

St. Leutner und Comp. in Breslau stellen einen Kessel aus, welcher im Wesentlichen aus einem Ober- und einem Unterkessel besteht, die beide durch senkrechte Siederohre mit einander verbunden sind (vgl. Fig. 11 und 12). Zwischen beiden Kesseln streichen die Heizgase.

Ober- und Unterkessel sind liegende Cylinder, deren Länge durch die Gröſse des Kessels bedingt ist; an diesen sind der Länge nach, möglichst dicht neben einander, die eben besprochenen Stutzen angenietet, von denen jeder ein Rohrbündel von 12 Stück aufnimmt. Die Länge der Röhren beträgt etwa 3m und ermöglicht ein drei- bis viermaliges Bestreichen derselben durch die Heizgase. Die sonstige Gesammtconstruction und die Art der Erneuerung ergibt sich aus der Abbildung. Aus dem Speisewasser, welches in den Oberkessel mittels eines