Text-Bild-Ansicht Band 274

Bild:
<< vorherige Seite

aber entstehen die Laugen der Aetzalkalien neben den Carbonaten der Erdalkalimetalle.

Ja selbst bloſses Wasser bewirkt eine vollständige Spaltung der drei Verbindungen, sobald man dieses nur bei höherer Temperatur (etwa 150° C.), also unter Druck, und tüchtigem Durchrühren des Pulvers anwendet. Durch diese letztere Reaction werden die Hydrate der Erdalkalimetalle gebildet, nebenher natürlich ebenfalls wieder Bleisuperoxyd. Am schwierigsten scheint sich hierbei das bleisaure Calcium zerlegen zu lassen, was wohl mit der Schwerlöslichkeit seine Hydrates zusammenhängen dürfte.

Die Versuche zur Ermittelung dieser letzteren Arten des Verhaltens stellte ich in der Weise an, daſs die betreffenden Präparate mit Wasser allein bezieh. der berechneten Menge kohlensauren Alkalis nebst genügend Wasser in starken Glasröhren eingeschmolzen und dann bis auf die angegebenen Temperaturen im Autoclavenofen erhitzt wurden. Währenddessen wurden die Röhren von Zeit zu Zeit vorsichtig herausgenommen und tüchtig durchgeschüttelt, da die Erfahrung zeigte, daſs das abgeschiedene Bleisuperoxyd sammt den Hydraten der Erdalkalien oder deren Carbonaten leicht etwas zusammenbackte und so die Einwirkung der Flüssigkeit in die Tiefe der Pulver aufhielt. Das Zusammenbacken und die Krustenbildung scheint mir bei Anwendung der Monocarbonate der Alkalien auf einer durch den Eintritt der Kohlensäure bewirkten Substanz- und Volumenvermehrung der unlöslichen Körper zu beruhen, welcher man eben durch Umrühren der Masse entgegenkommt.

So wie die Mono- und Bicarbonate der Alkalien wirken übrigens auch die entsprechenden Salze des Ammoniums.

Kocht man kohlensaures Ammoniak mit den drei Plumbaten, so bildet sich Ammoniakgas, kohlensaure Salze der Erdalkalien, sowie Bleisuperoxyd.

Die Zerlegung mit essigsaurem und salpetersaurem Ammonium liefert ebenfalls Ammoniakgas neben Bleisuperoxyd, sowie die löslichen Acetate und Nitrate der Erdalkalien. Indessen geht diese letztere Zersetzung verhältniſsmäſsig langsam von statten. Sie verläuft weit rascher, wenn man die betreffenden Plumbate vorher durch Erhitzen mit Wasser in die Hydrate der Erdalkalien und Bleisuperoxyd gespalten hatte.

(Schluſs folgt.)

[Kleinere Mittheilungen.]

Hilfsmittel zum Schreiben und Zeichnen.

Eine Schreibunterlage, welche als Ersatz für Linienblätter dienen soll, insbesondere bei undurchsichtigem Papier, ist von Frau Bertha Guthmann angegeben (D. R. P. Nr. 45974 vom 22 Juli 1888).

Die Unterlage besitzt an der linken Seite drei, von oben, unten und von der Seite umzulegende Klappen, unter welche der Briefbogen geschoben wird. Die Seitenklappe ist mit Linien und die rechte frei bleibende Seite der Unterlage mit denselben entsprechenden Linien versehen.