Text-Bild-Ansicht Band 274

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Die Sägenschärfmaschine von Holst und Fleischer in Christiania (* Oesterreichisch-Ungarisches Privilegium vom 18. November 1888) besteht aus einem tragbaren mit einem Fuſse versehenen Gestelle, welches eine in zwei Richtungen verstellbare Schmirgelscheibe und deren Antriebsvorrichtung trägt. Das Gestell wird vor das zu schärfende Gatter gebracht und die Arbeit vollzogen, ohne daſs die Sägen aus dem Rahmen entfernt werden.

Die selbsthätige Sägenschärfmaschine von Fr. Schmaltz in Offenbach a. M. (* D. R. P. Nr. 45747 vom 8. Januar 1888) arbeitet mit einer umlaufenden Schmirgelscheibe, welche auf einen mit Gegengewicht versehenen Hebel in Körnerspitzen nach allen Seiten verdrehbar gelagert ist, so daſs sie eine verschiedenartige Neigung annehmen kann (Fig. 26).

Die Schmirgelscheibe wird durch Schnurlauf F und Leitrolle vom Vorgelege aus getrieben und soll etwa 1200 Umdrehungen in der Minute machen. Von dem gleichen Vorgelege wird durch einen weiteren Schnurlauf und Leitrolle eine Welle a mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 110 Umdrehungen in der Minute angetrieben, welche auf der rechten Seite des Gestelles angebracht ist, rechtwinklig zum Vorgelege steht und die beiden Kurbelscheiben A und B trägt. Scheibe A bewirkt den Vorschub der Sägen, Scheibe B die Auf- und Abwärtsbewegung der umlaufenden Schmirgelscheibe. Die zu schärfenden Sägen werden mittels verschiedener an der Vorderseite des Gestelles anzubringenden Einspannvorrichtungen in geeigneter Weise befestigt.

Die Gattersägenblätter spannt man in den Schlitten G; derselbe läſst sich auf der Schiene H leicht hin und her bewegen und kann durch ein schmiedeeisernes Parallelogramm mittels Fuſstrittes auf- oder abwärts, je nach Breite der Sägen, in die richtige Höhe ein- und durch eine Stellschraube festgestellt werden.

Zum Einspannen der Kreissägeblätter dient ein wagerechter Dorn, auf welchen das Sägeblatt gesteckt und mittels eines auſsen conischen Ringes festgeklemmt wird. Um Kreissägenblätter von verschiedenem Durchmesser bearbeiten zu können, sitzt diese Einspannvorrichtung auf einer senkrechten Stange, auf welcher sie verschoben und in jeder Höhe festgestellt werden kann.

Die Bandsägen werden nur auf einen Bolzen gelegt, der in senkrechter Richtung, den verschiedenen Breiten der Sägen entsprechend, verstellbar ist. Zu beiden Seiten der Maschine sind zur besseren Lagerung der betreffenden Bandsäge zwei Führungsrollen aufgestellt.

Sämmtliche Sägen werden mittels Feder gegen den kleinen Support B schwach angedrückt.

Ein kleines Gebläse, vom Schnurlaufe F angetrieben, saugt hinter der Schmirgel Scheibe den Schmirgelstaub ab.

Den Vorschub der Sägen bewirkt die mit verstellbarem Kurbelzapfen versehene Kurbelscheibe A mittels Hebelübersetzung durch einen Sperrhaken, der direkt in die Sägezähne eingreift.

Die Auf- und Abwärtsbewegung der Schmirgelscheibe erfolgt durch Kurbelscheibe B mittels verstellbaren Kurbelzapfens und Hebelübersetzung.

Durch das Verstellen der beiden Kurbelzapfen und der beiden Kurbelscheiben gegen einander läſst sich jede Zahnform schärfen bezieh. herstellen. Stellt man z.B. bei einer kleinen Zahnentfernung den Kurbelzapfen der Kurbelscheibe B auf groſsen Hub, so wird die Zahnform eine spitzwinklige, weil die Schmirgelscheibe beim Emporsteigen allzu schnell im Verhältnisse zum Vorschubtempo den Zahnrücken berührt. Stellt man dagegen den Hub an der Kurbelscheibe B kleiner, so wird die Geschwindigkeit der Aufwärtsbewegung der Schmirgelscheibe eine geringere und in Folge dessen die Zahnform eine stumpfwinklig. Im Allgemeinen soll der Hub der Schmirgelscheibe nicht