Text-Bild-Ansicht Band 274

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Form zu bilden. – Die Beanspruchung des Materiales ist bei diesem Vorgang jedenfalls eine sehr groſse. Wo der Theil des mit in den Vorgang hereingezogenen Steges bleibt, wird nicht erwähnt.

Benutzung flüssigen Brennmaterials für elektrische Zugbeleuchtung.

Illius A. Timmis in London (vgl. 1888 270 * 478) hat nach den Industries vom 30. August 1879 S. 212 kürzlich vorgeschlagen, die elektrische Beleuchtung von Eisenbahnzügen dadurch von deren Bewegung unabhängig zu machen, daſs eine besondere kleine Maschine nebst Kessel im Bremserwagen aufgestellt wird. Die Anlage besteht aus einem aufrechten Merryweather-Kessel, welcher den Dampf für eine Westinghouse-Maschine liefert, die mit einer Nebenschluſs-Dynamo von 90 Ampère bei 50 Volt bei 500 Umdrehungen in der Minute auf derselben Grundplatte aufgestellt ist, und aus zwei Behältern von je 230l, einen für Theer und einen für Wasser. Bei dem mit einer solchen Anlage in der Fabrik von Merryweather und Söhne in Greenwich angestellten Versuche wurde der Kessel mit Theer geheizt. Der Kessel unterschied sich von den gewöhnlichen durch die Beigabe der Hähne für den Theer und dem zur Erwärmung des Theers Nöthigen; auch lieſs die geschlossene Feuerthüre eine runde Oeffnung von etwa 125mm Durchmesser frei, durch welche die Mündung des Injectors in den Feuerraum eingeführt wurde. Der Mündung dieses Rohres gegenüber war ein groſser Ziegelwall angebracht von einer Form, daſs sie die runde Feuerbüchse befähigte, die Hitze des Gasstromes von den Platten selbst fern zu halten. Bei einem Vorversuche hatte sich herausgestellt, daſs der Theer aus den groſsen Gasanstalten in der Nähe Londons nicht entzündlich genug war und sich zufolge seiner etwa der des Decksyrups gleichkommenden Dicke an den Trichtern des Injectors festsetzte; es wurden ihm daher 25 Proc. Kreosot zugesetzt; der Theer aus kleineren Gasanstalten erwies sich brauchbarer, weil in ihm leichtere und schwerere Oele noch mehr gemischt waren und dies fürs Verbrennen in einer Feuerbüchse vortheilhafter ist. Der Theer wurde durch ein Dampfspiralrohr auf 100° F. erwärmt, wobei er ganz flüssig ist. Beim Anfeuern wurde die Feuerbüchse erst durch ein Kohlenfeuer heiſs gemacht, darauf Kalk oder feuerfeste Ziegel aufgelegt, welche die Hitze zurückhielten und die Roststäbe bedeckten, endlich der Injector in Thätigkeit versetzt. Der Druck im Kessel wurde auf 100 bis 120 Pfund auf 1 Quadratzoll (= 8k,4 auf 1qc) erhalten. Beim Verbrennen des Theers läſst sich der schwarze Rauch ganz verhüten und die Hitze leicht reguliren; wird der abgehende Dampf in den Schornstein gelassen, so ist die Mischung von Rauch und Dampf kaum sichtbar. Vom Theer braucht man nach dem Gewichte nur halb so viel als von Walliser-Kohle.

Julians Manometer mit elektrischer Lärmvorrichtung.

Um ein Lärmzeichen zu geben, wenn der Dampfdruck in einem Kessel eine gewisse Höhe erreicht, bringt Arthur Julian in Basingstoke nach dem Londoner Electrical Engineer vom 6. September 1889 * S. 192 in dem Ziffer-Platte des den Dampfdruck angebenden Manometers einen bogenförmigen Spalt an, in welchem sich eine mit dem einen Pole einer Gassner'schen Trockenbatterie (1888 270 * 361) zu verbindende Contactschraube an der Stelle feststellen läſst, bis zu welcher der mit dem anderen Batteriepole zu verendende, den Druck angebende Zeiger sich höchstens bewegen soll. Berührt der Zeiger die Contactschraube, so wird ein elektrischer Strom durch eine Lärm-Klingel geschlossen. Der eine Poldraht ist grün, der andere weiſs gefärbt, so daſs beide nicht verwechselt werden können. Dieses Lärm-Manometer ist schon viel auf Schiffen angewendet worden, und wird da eine Klingel in der Kajüte des Kapitäns, des Ingenieurs und anderer Officiere aufgehängt. Auch für elektrische Lichtanlagen und anderwärts dürfte ein solches Lärm-Manometer zweckmäſsig sein. Mittels eines Elektromagnetes läſst sich auch ein leichter Drücker bewegen, der dann eine Pfeife in Thätigkeit versetzt.

Stöcker's galvanisches Trockenelement.

In dem für Stöcker und Comp. in Leipzig patentirten galvanischen Trockenelemete (D. R. P. Kl. 21 Nr. 47317 vom 31. Juli 1888) kommt eine Erregungsalzmischung