Text-Bild-Ansicht Band 274

Bild:
<< vorherige Seite

Gutehoffnungshütte in Oberhausen in ⅛ natürlicher Gröſse ausgestellt. Der Wagen ist zur Aufnahme von zwei guſseisernen Hauben bestimmt, in welche die flüssige Schlacke direkt vom Hochofen aus einflieſst. Nachdem der Wagen mit den beiden Schlackenhauben vor den Schlackenlauf des Hochofens gefahren ist und der aus zwei Platten bestehende eiserne Belag des Wagens, soweit die Schlacke in den Hauben mit demselben in Berührung kommt, durch Einwerfen einer etwa 100mm dicken Aschenschicht geschützt ist, werden beide Hauben nach einander mit Schlacke gefüllt und nach einigem Erkalten auf die Halde gefahren, worauf mittels eines Krahnes die Haube abgehoben wird, so daſs der Schlackenklotz bei dem Aufkanten der Belagsplatten abgleiten kann.

Bei Cupolöfen fliegt aus den offenen Ofenschächten glühende Koksasche u.s.w. beim Betriebe heraus, wodurch Feuer entstehen und Arbeiter verletzt werden können. Der Schalker Gruben- und Hüttenverein wölbt daher, wie an seinem Modell veranschaulicht, die obere Oeffnung des Ofenschachtes zu, so daſs die Gase gezwungen werden, durch viele kleine seitliche Oeffnungen in eine umgelegte Kammer zu treten, welche über dem Gewölbe die Austrittsöffnung für die Gase hat. Der Auswurf bleibt in der Kammer liegen und kann durch Bodenklappen entfernt werden.

Die von Fr. W. Lürmann in Osnabrück construirte, auf der Aplerbecker Hütte in Anwendung genommene und von dieser ausgestellte Explosionskappe für Hochofengasleitungen besteht aus einer auf das Gasrohr genieteten guſseisernen Verschluſsrinne und einem gebördelten schmiedeisernen Ventilteller, dessen Spindel in Bügeln geführt wird.

Carl v. Born in Dortmund stellt einen Gichtaufzug für Hochöfen aus, welcher oben und unten mit Verschlüssen versehen ist.

Die vom Hoerder Verein ausgestellte Hochofen-Blaseform ist in ihrem Ganzen eine Schutzvorrichtung.

Sie besteht aus dem Formkasten mit Formlager, der Form und dem Berieselungsrohr.

Kasten sowohl wie Form sind aus Fluſseisen geschmiedet bezieh. geschweiſst.

Die Anordnung und der Querschnitt der Form gestatten die bequeme Beobachtung derselben bis zur Rüsselwand; jede Verletzung der Blaseform muſs sofort bemerkt werden.

Die Kühlung erfolgt lediglich durch Berieselung bezieh. Bespritzung der Wandungen, wozu jedes Wasser tauglich ist; sie ist um so wirksamer, da Verdunstung und Verdampfung möglich ist.

Das Eindringen von Kühlwasser in den Hochofen ist ausgeschlossen, daher sind die Arbeiter vor den damit verbundenen Explosionsgefahren geschützt.

Auf dem Krupp'schen Eisensteinsbergwerke Weidenstamm bei Braunfels