Text-Bild-Ansicht Band 274

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Converter-Kamins besteht aus dem eigentlichen Converter-Kamin, einem Converter mit Zubehör und verschiedenen Bühnen.

Der Converter-Kamin soll verhüten, daſs der beim Blasen aus dem Converter fliegende glühende Auswurf in den von Arbeitern zu passirenden Raum gelangen und dort Verletzungen verursachen kann. Der Kamin ist etwas entfernt vom Converter-Mund aufgestellt, so daſs sich der Auswurf beim Fliegen durch die Luft abkühlt und nicht mehr zu groſsen Stücken an der Kaminwand zusammenschweiſsen kann. Sollten sich dennoch Ansätze im Kamin bilden, so können dieselben von auſsen mit langen Stangen abgestoſsen werden. Der sich auf dem Kaminboden ansammelnde Auswurf ist ohne Gefahr zu beseitigen.

Ueber den Kaminwänden ist in einigem Abstande eine dachbildende Wand von U-Eisen angebracht, welche durch die Zwischenräume zwischen dieser und den senkrechten Wänden den Gasen freien Durchgang läſst, jedoch verhindert, daſs groſse Stücke des glühenden Auswurfs auf weite Entfernungen weggeschleudert werden können.

Die Zahnräder und Zahnstangen, welche zur Bewegung des Converters dienen, sind mit Schutzkasten umgeben und die verschiedenen Bühnen mit Schutzgeländern.

Nach einem vom Phoenix in Laar bei Ruhrort ausgestellten Modell wird behufs Vermeidung einer Beschädigung des Maschinenpersonals durch umherspritzende Schlacke zwischen Maschine und Schlackenwagen eine lange Kuppelstange angeordnet, welche den Verkehr der Maschine mit Wagen in den kleinsten Curven gestatten soll.

Interessant ist ein vom Bochumer Verein in Bochum ausgesteifter Wagen mit Nothbremse.

Die Nothbremse besteht aus einem ungleicharmigen Hebel, dessen kürzerer, gabelförmiger Arm eine in der Gabel dreh- und verschiebbare Rolle und einen über derselben gelagerten Bremsklotz trägt, und dessen längerer Arm in einen vom Führerstande des Wagens bequem zu erfassenden Handgriff ausgebildet ist. Der Hebel ist drehbar auf einem fest mit dem Wagengestelle verbundenen Drehzapfen angeordnet.

Beim Aufheben des Hebelgriffs senkt sich die mit einer keilförmigen Rinne versehene Rolle auf die Schiene nieder und umgreift den Schienenkopf. Sobald durch leichtes Emporziehen des Hebelgriffs die nöthige Reibung zwischen Schiene und Rolle hervorgebracht ist, stellt sich der Hebel in Folge seiner eigenthümlichen Anordnung selbsthätig auf; die hinteren Wagenräder werden dabei etwas von der Schiene abgehoben und dadurch entlastet, und ein groſser Theil des Wagengewichtes ruht nun auf der Rolle, welche sich in Folge der durch die keilartige Einklemmung des Schienenkopfes hervorgebrachten starken Reibung dreht und dabei mit dem ganzen ihr mitgetheilten Druck gegen den über ihr gelagerten Bremsklotz reibt, wodurch eine starke Bremswirkung erzielt wird.