Text-Bild-Ansicht Band 274

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nicht gut möglich, dieselbe an dem Modell anzubringen. Das dem Hauptmodell beigefügte Modell eines Fangseilrahmens mit angebrachtem automatischem Bremsapparat zeigt jedoch die Einrichtung dieser Bremse, wie dieselbe ausgeführt worden ist und sich bei den angestellten Versuchen bewährt hat.

Die Vortheile dieser Bremseinrichtung bestehen wesentlich darin, daſs

1) beim Ergreifen der Fangseile eine Reibung der Bremsscheiben im ersten Augenblicke nicht zu überwinden ist, indem die Bremsbänder so gestellt sind, daſs deren Reibung bei Beginn der Drehung der Scheiben gleich Null ist, wodurch jeder Stoſs vermieden und die Beanspruchung der Seile bedeutend herabgemindert wird, und

2) darin, daſs die Bremsen um so kräftiger wirken, je gröſser die Fallhöhe ist, und daſs der Apparat die Fallhöhe je nach der Belastung und der Geschwindigkeit des Fördergestells automatisch regulirt.

Die ganze Fangvorrichtung besteht nur aus dem Rahmen zur Aufnahme der Fangseilrollen und der Bremsscheiben, welcher leicht überall unterhalb der Seilscheiben elastisch aufgehängt werden kann; ferner dem Fangseil ohne Ende, welches in zwei Doppelsträngen in die beiden Fördertrumme bis in den Schachtsumpf unterhalb der tiefsten Fördersohle herabreicht, und den beiden in die herabreichenden Enden des Fangseiles eingehängten losen Rollen mit den Gegengewichten. Auſserdem müssen die Fördergestelle mit Seilfanghülsen versehen sein, deren excentrische Scheiben beim Seilbruche durch Federkraft bewegt werden.

Bei Etablirung einer neuen, tieferen Sohle wird das Fangseil durch Zwischenfügung eines passenden Seilstückes verlängert. Dies kann geschehen, indem man das Seilstück durch Einspleiſsen mit dem Fangseile verbindet, oder durch Anwendung dünner, conisch anlaufender Seilhülsen Verbindungen, wie solche bei Drahtseilbahnen in Anwendung sind.

Bei den auf Grube Vierwindt angestellten Versuchen kam das Fördergestell auf einer Strecke von 6 bis 9m mit allmählich abnehmender Geschwindigkeit ohne Stoſs zur Ruhe.

Die Schachttiefe betrug dort 177m und das Gewicht des Fördergestelles mit aufgehobenem leeren Wagen 1300k.

Das Fangseil ist ein verzinktes Eisenseil von 22mm Durchmesser und besteht aus 6 Litzen mit 12 Drähten und einer Hanfseele. Die Drahtstärke beträgt 1mm,7. Die Gegengewichte sind je 550k schwer.

Der Bochumer Verein und die Dortmunder Union stellen je ein Modell von Thomas-Schlackenmühlen aus. Beide benutzen Kollergänge. Der Arbeitsgang bei der vom Bochumer Verein ausgestellten Mühle ist folgender: Aus dem Kollergange gelangt das Gemahlene durch eine Oeffnung im Mahlbette auf einen Rost, das darauf zurückbleibende Grobe in einen Sammelkasten, aus welchem dasselbe, nachdem das Eisen durch Elektromagnete ausgezogen ist, von Zeit zu Zeit wieder nach dem Kollergange zurückgebracht wird. Das durch den Rost gefallene feine Mehl