Text-Bild-Ansicht Band 274

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versucht, dieselbe zu erläutern. Die Lettern sind in den in drei Reihen 1, 2 und 3 angeordneten Kästen c derart enthalten, daſs sie unten Mittels der einen Greifergruppe t entnommen werden können. Da im vorliegenden Falle drei Reihen angenommen sind, so kann von drei Schriftarten, z.B. Petit, Borgis, Korpus, gesetzt werden, von denen sich die jeweilig benutzte immer an der Stelle x befindet, während mit Hilfe des Daumens T und der Stangen S die Schriftart gewechselt wird. Die Greifer bilden zwei Gruppen, von denen die eine, t, von einer Curvenfläche der Welle s immer wagerecht, die andere, w, von dem Getriebe ab und Nuth r immer derart senkrecht bewegt wird, daſs sie sich die Lettern übergeben bezieh. abnehmen, so daſs dieselben abwechselnd wagerecht und senkrecht tiefer nach der Setzrinne geführt werden. Dabei wandern die Lettern derart, daſs eine Letter ihren Weg beginnt, bevor noch die vorhergehende ihr Ziel erreicht hat. Die Letternentnahme erfolgt durch Anschlag der Tasten g, wobei durch Zurückziehen der Stange l der betreffende Letternbehälter c seine Unterstützung bei m verliert und herabsinkt, so daſs der betreffende Greifer t bei seiner Bewegung hindurchtreten und eine Letter entnehmen kann. Das Wiederheben des Behälters erfolgt vom Letterngreifer w aus. Nach jedem Worte wird ein besonderer Hebel geschaltet und hierdurch die weiterhin zu besprechende Ausschlieſsvorrichtung in Bewegung gesetzt. Die Maschine wird durch einen Motor betrieben, und wird die Welle s bei jedem Tastenanschlage für eine Tour mit der Antriebscheibe gekuppelt, doch kann die Bewegung der Welle eine continuirliche werden, wenn die folgende Taste bereits angeschlagen ist, ehe die Tour vollständig beendet ist.

Die ausgestellte Maschine ist das erste ausgeführte Exemplar, und hat sich zur weiteren Ausführung ein „Consortium Setzmaschine Wentscher“ Berlin, Friesenstraſse Nr. 5, gebildet, das die ersten Maschinen im flachsten Jahre in Betrieb zu bringen hofft. Die Buchdruckereibesitzer, welche bei Gelegenheit der Generalversammlungen von Berufsgenossenschaft und Buchdruckerverein die Unfallverhütungsausstellung besuchten, verweilten mit besonderem Interesse bei dieser Maschine und erkannten den darin liegenden Fortschritt gegenüber früheren Lösungsversuchen rückhaltlos an. Ein endgültiges Urtheil über die Maschine dürfte indeſs noch verfrüht sein.

Von einem wesentlich anderen Gesichtspunkte geht A. Lagerman in Jonköping bei der Construction seiner seit etwa zwei Jahren in Gebrauch befindlichen Setzmaschinen aus. Er stellte sich die Aufgabe, gegenüber den theuren, vieltheiligen Setzmaschinen, denen noch allerlei besondere Bedingungen anhängen, eine kleine billige Maschine zu schaffen, welche in Verbindung mit dem jetzt gebräuchlichen Setzkasten benutzt werden soll. Die Textfig. 2 (L'imprimerie, 1889 Nr. 368) zeigt diese Lagerman'sche Anordnung, und hat der Setzer dabei weiter