Text-Bild-Ansicht Band 274

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Wenn nun die Schrift der Type nach unten stand, so daſs die Type vorher nach oben gedrückt war, so stöſst die Type gegen eine Stange, wodurch die Zange etwas aus ihrer senkrechten Lage gebracht wird, und gleichzeitig greift das andere Ende der Welle in eine feststehende Zahnstange ein, welche während der Bewegung der Maschine die Welle mit der Zange eine halbe Umdrehung machen läſst und so die Type richtig stellt. Bevor die Zange die Type losläſst, wird die letztere wieder zwischen dem Bette der Maschine und einem dem vorigen ähnlichen Hebel festgelegt. Stand die Schrift der Type jedoch richtig, d.h. nach oben, so stöſst dieselbe nicht gegen die Stange, die Zange macht keine halbe Umdrehung und die Type wird einfach zwischen Bett und Hebel eingebracht.

Nun kann aber der Einschnitt oder die Signatur entweder nach rechts oder links stehen und der dritte Schritt der Maschine, d.h. wenn die dritte Type durch den Trichter niedergefallen ist, besteht darin, diesen Einschnitt richtig zu stellen.

Der federnde Hebel und der Theil des Bettes, zwischen welchen die Type gehalten wird, sind mit Rippen versehen, durch welche (mittels ihrer Signatur) die Type in dieser Stellung gehalten wird. Stöſst die Type nun bei ihrem weiteren Transporte nach rechts gegen einen Vorsprung, welcher dieselbe auf die flache Seite dreht, so hält der federnde Hebel die Type in dieser Stellung, bis dieselbe jetzt in vollständig richtiger Stellung in die Rinne eingelegt wird, welche nach dem Setzschiffe führt. Dieses endet den dritten Schritt der Maschine, mit der Zeit bildet sich in der Rinne eine lange Letternreihe, zwischen deren Wörtern Spatientypen von gleicher Dicke eingeschaltet sind, und Welche durch andere Zwischenstücke in Zeilen abgetheilt ist. Diese feilen werden dann auf der weiterhin zu besprechenden, von der vorlegenden Maschine völlig getrennten Ausschlieſsvorrichtung mechanisch ausgeschlossen.

Diese Lagerman'sche Setzmaschine, mittels welcher stündlich 4500 bis 5000 Lettern gesetzt werden können, kam zuerst 1887 in der Centraldruckerei in Stockholm in Betrieb, und haben sich in Amerika und England Actiengesellschaften, Lagerman Typotheter and Justifier Comp. Lim., mit bedeutenden Geldmitteln zur Ausbeutung der Patente gebildet, welche gleichzeitig die Construction geeigneter Werkzeugmaschinen begannen. In England arbeiten die ersten Lagerman'schen sogen. Typotheter mit bestem Erfolge in der Druckerei von R. Clay and Sons in London. Für Skandinavien ist durch Vermittelung der Firma Gustav Carlston in Stockholm gleichfalls eine Actiengesellschaft in der Bildung begriffen (Journal für Buchdruckerkumt, 1889 Nr. 9 und 10).

Der Preis der Lagermanschen Setzvorrichtung, deren Billigkeit gegenüber den sonstigen Setzmaschinen ein wesentlicher Vorzug ist, beträgt etwa 1300 M. bei einer Gröſse von 20 zu 30cm.