Text-Bild-Ansicht Band 274

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Eine interessante, geistreiche Lösung der Frage der Setz- und Ablegemaschinen gibt auch die Maschine von F. Praunegger in Graz (* D. R. P. Nr. 45517 vom 4. November 1887). Der Constructeur ging davon aus, die Bewegungen des menschlichen Armes nachzuahmen, und bildet daher das Charakteristische der Maschine ein in der Mitte derselben angeordneter Letterntransporthebel, welcher beim Anschlage der Tasten nach rechts oder nach links ausschlägt, um die betreffende Letter abzuholen und in das Zeilenfach einzulegen. Die Lettern sind, wie Fig. 6 bis 8 Taf. 24 zeigen, in Kästen k enthalten, welche radial an einem Ringstücke C1 anstehen, dessen Krümmung dem Schwingungsbogen des Letterntransporthebels entspricht. Zwischen den Kästen und dem Ringstücke ist für jeden Kasten ein Sperrmechanismus C eingeschaltet, welcher im Ringstücke um den Zapfen c drehbar ist und aus den Seitenwänden c2 und Hinterwand c1 mit Ansatz c3 besteht. Die Fig. 7 zeigt die Normalstellung des Letternlostrennapparates, bei welcher Stellung dieser eine Fortsetzung des Letternfaches k bildet und die vorderste Letter in denselben übertritt, welche dabei noch von dem kleinen Ansätze k1 gestützt wird.

Der Antrieb der Maschine erfolgt durch eine Kurbelwelle mit Trittbewegung, wodurch ein Mechanismus in beständiger Bewegung erhalten wird. Wird nun die der zu setzenden Letter entsprechende Taste einer Klaviatur angeschlagen, so wird der Bewegungsmechanismus des Letterntransporthebels mit dem oben genannten beständig bewegten Mechanismus gekuppelt, der Letterntransporthebel schwingt aus seiner Mittellage (Mittellinie der ganzen Maschine) nach rechts oder links bis an das betreffende Letternfach k aus, worauf ein an ihm sitzender beweglicher Arm c5 (Fig. 7) sich in die Höhe bewegt, und durch Gegenlage gegen den Ansatz c3 des Letternlostrennapparates diesen entgegen der Feder c4 um seinen Zapfen c dreht. Dadurch gleitet die vorderste Letter vom Ansätze k1 ab und fällt herab in den Behälter des Letterntransporthebels, welcher jetzt in seine Mittellage zurückkehrt und in dieser die Letter freigibt, die nun durch einen Kanal nach dem Setzschiffe gleitet.

Zu bemerken ist noch, daſs das Einrücken für den Antriebsmechanismus des Letterntransporthebels, um ein sicheres taktmäſsiges Zusammenarbeiten des das Pedal tretenden Fuſses und der die Tasten anschlagenden Hand zu ermöglichen, immer in dem Augenblicke geschehen muſs, wo die Kurbel der Antriebswelle durch den tretenden Fuſs auf den tiefsten Punkt gebracht ist, daſs man also in diesem Augenblicke die betreffende Taste niederdrücken muſs. Die ganze Maschine ist im Uebrigen eine hübsche, gut durchdachte Construction, wenn sie auch in einigen Theilen etwas vieltheilig ist. Dieses Prinzip des Letterntransportes hat der Constructeur auch für eine Ablegemaschine verwendet, welche weiterhin zu besprechen sein wird.