Text-Bild-Ansicht Band 274

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macht eine sehr rasch auf und ab gehende Bewegung und hebt so die Letter a unter die die vorher gehobenen Lettern haltende Feder i und unter den Haken h, damit die Zeile bildend.

Auf diese Weise wird die Letternreihe im Winkelhaken K nach dem Setzschiffe M überführt, wo von einem zweiten Arbeiter, der gegenüber dem Spatienkasten N seinen Platz hat, die Justirung vorgenommen wird. Die Spatien werden dem Kasten durch ein Pedalwerk O entnommen, und müssen im Uebrigen Correcturen wie früher vorgenommen werden. Bezüglich der Einrichtung des Setzschiffes M sei auf die Patentschrift Nr. 44472 hingewiesen. Ferner ist noch eine Neuerung zu nennen, die indeſs in unserer Textfigur nicht ersichtlich ist und die die Einfügung seltenerer Typen betrifft. Zu dem Zwecke ist über der inneren Kante des Tastenbrettes ein Typenkasten angebracht, aus dem der Setzer nach Bedarf mittels Schieber Lettern ausstöſst, die in einen nach dem rotirenden Tische D führenden Trichter fallen und so zwischen die übrigen Lettern eingefügt werden.

Das Ablegen des Satzes und das Füllen der Kanäle des Ablegecylinders C ist bereits in Bd. 243 S. 388 behandelt worden, und ist dem nur noch hinzuzufügen, daſs die Bewegung des Ablegecylinders eine genau geregelte geworden ist, und der Cylinder eine rasche Vor- und eine langsame Nacheinstellung erhält. Der Setzcylinder ist oben, da wo der Ablegecylinder bezieh. die abzulegenden Lettern auf ihm schleifen, mit auswechselbaren stählernen Platten versehen, und wird bei gefülltem Kanäle des Ablegecylinders die unterste Letter fest genug auf den Setzcylinder aufgedrückt, um in ihren zugehörigen Kanal hineinzufallen. Verringert sich die Letternsäule im Ablegecylinder C, so müssen Nachrücker in Gestalt von runden Bolzen angewendet werden.

Diese Thorne'sche Setz- und Ablegemaschine bedarf zur Bedienung dreier Personen, einer, welche die Tasten anschlägt, einer zweiten, welche die Zeilen ausschlieſst, und eines Lehrlings, welcher den Ablegecylinder versorgt. Das Anschlagen der Tasten, das nicht ermüdend ist und von Frauen besorgt werden kann, bedarf natürlich einer Lernzeit, derart, daſs ein Setzer nach etwa drei Wochen gegen 4000 Lettern in der Stunde setzen kann, während er bei vollkommener Geschicklichkeit etwa 10000 bis 12000 Lettern in der Stunde zu setzen vermag; in vielen Fällen können mehrere Tasten zugleich angeschlagen werden. Die Maschine würde damit bei einem Preise von 8000 M. eine Ersparniſs von etwa 25 Proc. gegenüber dem gewöhnlichen Setzen bieten. Was die Abmessungen der Maschine anbetrifft, so haben die Typencylinder etwa 380mm Durchmesser, das Gewicht der Maschine beträgt gegen 400k bei einer Höhe von 1m,67 und einem Platzbedarfe von 0qm,75. Für die praktische Brauchbarkeit der Maschine spricht auſser dem Absatze in Amerika auch der Umstand, daſs in England im Laufe eines Jahres mehr als 30 Maschinen abgesetzt sind.