Text-Bild-Ansicht Band 274

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2) Ausschlieſsvorrichtungen.

An selbsthätigen Ausschlieſsvorrichtungen liegen zwei Constructionen vor, welche beide bereits praktische Bedeutung gewonnen haben und sich auch bei weiterer Erprobung als brauchbar erweisen dürften. Die eine Anordnung ist von E. Wentscher in Berlin erfunden (* D. R. P. Nr. 47820 vom 17. Oktober 1886) und die andere gehört der Lagerman Typotheter and Justifier Comp. Lim. in London (* D. R. P. Nr. 47861 vom 12. August 1888) an. Beide wurden bereits bei Besprechung der betreffenden Setzmaschinen erwähnt.

Bei der Wentscher-Construction ist davon ausgegangen, daſs zum zweckmäſsigen maschinellen Ausschlieſsen die Zeile in Wörter zerlegt und durch eine mechanische Vorrichtung jedem Worte das entsprechende Ausschluſsstück hinzugefügt werden muſs, worauf die Wörter wieder zur Zeile vereinigt werden. Um dies zu ermöglichen, ist den Buchstaben und Ausschlieſsungen systematische Dicke gegeben, und zwar ist als Einheit das Viertel-Millimeter gewählt und als kleinstes Ausschluſsstück für die Schrift der Ausstellungsmaschine (Borgis) ein solches von 1mm Dicke. Dann folgen Ausschlieſsungen von 1½, 2, 2½ und 3mm Dicke. Jede dieser Ausschluſssorten ist in einen senkbaren Kanal gefüllt, und die Ausschiuſskanäle sind so gestellt, daſs eine die einzelnen Wörter enthaltende Trommel unter ihnen hinweggeführt werden kann.

Wie bereits bei der Setzmaschine von E. Wentscher erwähnt, wird beim Setzen nach jedem Wort ein besonderer Hebel bethätigt und dadurch das eben vollendete Wort in einen der Kanäle einer Trommel hineinbefördert, und die Trommel um einen Kanal weiter gerückt. Diese Trommel ist um eine senkrechte Achse drehbar und an ihrem Umfang mit etwa 50 senkrechten Kanälen in gleichem Abstande von einander für die einzelnen Wörter versehen. Wenn nun eine Zeile nahezu gesetzt ist, ertönt ein Glockenzeichen und der Setzer kann sich entschlieſsen, ob er das ganze nächste Wort oder einen Theil desselben noch in die Zeile bringen, oder ob er abschlieſsen und die Zeile aussperren will. Der Setzer dreht nun eine seitlich angebrachte Kurbel einmal, und hierdurch wird ein ziemlich complicirter Mechanismus bethätigt, welcher veranlaſst, daſs je nach Gröſse des übrig bleibenden Raumes der eine oder der andere Kanal vorrückt, und auf jedes Wort der in Umdrehung versetzten Trommel ein Ausschluſsstück abgibt. Die Vorrichtung arbeitet so vollkommen, daſs in den zahlreichen Fällen, wo der Raum zwischen den Wörtern nicht ganz gleich ausfallen kann, die ersten Zwischenräume mit dünneren, die letzten mit den nächstdickeren Ausschluſsstücken gefüllt werden, so daſs stets dieselbe Zeilenbreite erzielt wird.

Aus der Trommel, welche in ununterbrochener Umdrehung begriffen ist, da hinten stets neue Wörter hinzukommen, werden die mit Ausschlieſsungen versehenen Wörter, eins nach dem andern, herausbefördert,