Text-Bild-Ansicht Band 274

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aneinander gereiht und als vollständige Zeile auf ein schräg stehendes, an der oberen Langseite offenes Schiff befördert. Auf diesem Schiff sind feststehende Messingregletten in Abständen, welche dem Schriftkegel entsprechen, angebracht, und zwischen diesen wird eine Zeile nach der andern eingefügt. Wenn eine Rinne die ihr zukommende Zeile aufgenommen hat, rückt das Schiff um den Betrag einer Rinne weiter, bis es gefüllt ist.

„Spationiren“ kann die Maschine nicht; dafür aber kann eine Schrift mit seitlichem Fleisch, der also gewissermaſsen die Spatien „angegossen“ sind, zur Verwendung kommen. Solche Schriften sind schon hier und da in Gebrauch, haben sich aber freilich für gewöhnliche Zwecke wenig bewährt.

Das Ablegen der Schrift bezieh. das Wiedereinfüllen in Röhren wird durch eine Ablegemaschine ausgeführt, die in ähnlicher Weise wie die von Fischer (Gutenberg-Kommandit-Gesellschaft in Bielefeld) die einzelnen Buchstaben, auf Grund verschieden gestellter Signaturen sortirt und in die Kanäle zurückführt.

Die vorstehenden Angaben sind zum Theil der Papierzeitung, 1889 Nr. 67, entnommen, da dem Referenten eine weitere Besichtigung der Ausstellungsmaschine nicht möglich war, indem die Maschine bereits 6 Wochen vor Schluſs der Ausstellung abgeholt wurde. Die Angaben werden aber genügen, um einen Begriff der Ausschlſsvorrichtung zu geben, und darf daher mit Interesse der weiteren Entwickelung der zur Zeit allerdings noch nicht völlig durchgearbeiteten Wentscher'schen Maschine entgegen gesehen werden.

In anderer Weise verfährt Lagerman bei seiner Ausschlieſsvorrichtung. Während bei Wentscher die einzelnen Wörter getrennt geführt werden und jedem Worte die zum fertigen Ausschluſs nöthige Spatie aufgelegt wird, werden bei Lagerman die Wörter wie sonst zu Zeilen vereinigt, und zwischen die Wörter Spatien ein und derselben Dicke vorläufig eingelegt. In diesem Zustande wird das Setzschiff mit den Typenreihen auf den Ausschlieſsapparat übertragen, wie unsere Textfigur 4 rechts zeigt. Auf demselben liegt es derart geneigt, daſs die Kopfenden der Lettern dem Setzer zugekehrt sind, und befindet sich dabei die vorderste Zeile über dem Finger eines auf und ab bewegten Schiebers. Ueber dem vorderen Theile des Setzschiffes sind drei Kanäle angeordnet, in denen Spatien verschiedener Dicke enthalten sind, die je nach Erforderniſs an Stelle der im Satz enthaltenen Spatien gesetzt werden. Für die Praxis genügen zum Ausschlieſsen halbe, Drittel- und Viertel-Gevierte, und sind deshalb auch nur drei Spatienkanäle vorgesehen, doch kann zur gröſseren Bequemlichkeit noch eine vierte Gröſse benutzt werden.

Der Setzer verfährt nun beim Ausschlieſsen folgendermaſsen: Nachdem die vorderste Zeile in die bereits genannte Lage gebracht ist,