Text-Bild-Ansicht Band 274

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Als Lettern-Ablegemaschine ist auch noch die Rogers'sche Maschine zu nennen, deren Typen-Ablegen bereits bei Besprechung der Setzmaschine Erledigung gefunden hat.

4) Linotype-Setzmaschine.

Am Schlusse unseres Berichtes sei nun noch über eine amerikanische Erfindung von bereits in der Praxis erwiesenem Werthe berichtet, welche unter dem Namen Linotype- oder Mergenthaler's Setzmaschine den betheiligten Kreisen in Amerika und in jüngster Zeit auch in London vorgeführt worden ist. Die Behandlung dieser Maschine am Schlusse des Berichtes und getrennt von den Setzmaschinen rechtfertigt sich damit, daſs sich diese Maschine von den Typensetzmaschinen dadurch wesentlich unterscheidet, daſs sie eine Matrizen-Setz- und Grieſsmaschine zugleich ist, welche auſserdem die Matrizen nach Vollendung des Gusses selbsthätig wieder vertheilt, so daſs sie wieder zum Gebrauch bereit gestellt sind. Der Erfinder dieser Maschine, Ottmar Mergenthaler, ist ein Deutscher (Württemberger), welcher ursprünglich Uhrmacher war, 1872 im Alter von 18 Jahren nach Amerika (Baltimore) ging, und sich hier der Construction von Setzmaschinen zuwandte. Er hat nahezu 15 Jahre an der Vollendung seiner Maschine gearbeitet, und dabei gegen 220 Patente (darunter die Deutschen Patente Nr. 42171, 40857, 34901, 34575, 32586 und 32346) zum Schütze seiner Maschine in allen ihren Einzelheiten genommen, unter einem Aufwände von ungefähr 300000 Dollars (The Engineer, 1889 Bd. 68 S. 34). Diese Zahlen zeigen, wie viel Geld und Mühe aufgewendet werden muſsten, um die Maschine auf ihren gegenwärtigen Standpunkt der Vollendung zu bringen. Bei der vorliegenden Besprechung der Maschine ist uns ein Eingehen auf Einzelheiten natürlich ebensowenig möglich wie früher, doch werden die Textfig. 5 und die Fig. 13 bis 19 Taf. 24 genügen, um einen hinreichenden Einblick in den Arbeitsgang der Maschine zu geben. Hinsichtlich der Einzelheiten sei noch auf die Patentschrift Nr. 42171 verwiesen.

Die Textfigur gibt ein perspectivisches Bild der gesammten Maschine und ist rechts das Tastenbrett mit 107 Tasten ersichtlich, und oberhalb des Tastenbrettes eine gleiche Anzahl senkrechter Rohre, deren jedes einen Satz Matrizen enthält, und zwar sind die am häufigsten gebrauchten Matrizen links in längere, die seltener vorkommenden rechts in kurze Rohre eingefüllt. Diese Rohre, von denen Fig. 13 Taf. 24 eine Seitenansicht zugleich mit Ansicht des Auslösungsmechanismus gibt, enthalten Matrizen von der in Fig. 14 gezeichneten Form, senkrecht über einander stehend. Auf der einen Längskante der Matrizen befindet sich ein Index-Buchstabe und auf der anderen bei a die vertiefte Form desselben Buchstabens. Sämmtliche den gleichen Buchstaben tragende Matrizen sind in allen Beziehungen gleich, dagegen