Text-Bild-Ansicht Band 273

Bild:
<< vorherige Seite

in den Bauch der Hohlform verhindert hat, weicht bis zum Boden der Flasche zurück, und das Glas wird nunmehr durch die nachströmende Luft zur vollständigen Flasche ausgeblasen. – Dem Fachmanne wird sofort auffallen, daſs ein wichtiges Moment der Flaschenbildung, nämlich das Marbeln, ganz auſser Acht gelassen ist- ohne Bearbeitung auf der Motze ist es nach bisherigen Erfahrungen nicht möglich, eine in der Wandung gleichmäſsige Flasche zu erzielen.

Da bald viele Actionäre einsahen, daſs sie durch die schwindelhaften Anpreisungen irregeführt wurden, und die eingezahlten Beträge zurückforderten, endete die Actienunternehmung mit einer Auflösung der European and American Machine-Made Bottle Company. Dadurch lieſs sich der Erfinder aber durchaus nicht abschrecken, schreitet zu weiteren Verbesserungen des Apparates und hat in vielen Ländern, so auch in Deutschland, um Patentertheilung nachgesucht. Nach Ertheilung des deutschen Patentes soll der Apparat eingehend beschrieben werden.

Die Glasgalle, welche besonders in Fabriken von ordinärem Hohlglase, die mit billigen Materialien arbeiten, sich in unangenehmer Weise bemerkbar macht, soll sich bei Anwendung der Glasschmelzwanne von Oswald Lippert (Fig. 2) von dem übrigen Glase unschwer trennen lassen. Das Material wird bei d in den Raum a eingeführt. Die neuen Auflagen verdrängen die schon halb geschmolzene Masse in der Pfeilrichtung durch ef in die Galle-Absonderungsräume b. Da nun bekanntlich die Galle sofort nach oben steigt, sobald die Flamme keinen Einfluſs ausübt, und die Temperatur etwas herabgedrückt ist, sondert sich dieselbe ab und kann leicht abgelassen werden. Nachdem die Glasmasse in b von der Glasgalle gereinigt ist, tritt dieselbe bei g in den Schmelzraum a hinüber, in welchem die sogen. Blankschmelze vollzogen wird, um bei h in den Verarbeitungsraum l zu gelangen und in i verarbeitet zu werden (D. R. P. Kl. 32 Nr. 45063 vom 13. Mai 1888).

Um dünne Glas- oder Basaltplatten unter Abschluſs kalter Luft gieſsen, auswalzen und abkühlen zu können, ist nach dem Verfahren von Josef Trassel in Oberwarmensteinach und Heinrich Lindner in Fichtelberg (D. R. P. Nr. 44517 vom 16. Juli 1887) die Einrichtung (Fig. 3) getroffen, daſs dieselben mit den von der Auſsenluft abgeschlossenen Kanälen B und K in Verbindung gebracht werden, welche zeitweise direkt oder durch abziehende Feuergase auf Glühhitze erwärmt werden, in welchen Kanälen die Form wagen W und N eingebracht werden, die entweder eine groſse Zahl senkrechter oder schräger Einzelformen oder eine einzelne wagerechte Form enthalten.

Apparat zum Herausheben und Einsetzen von Glaswannen aus dem Ofen bezieh. in denselben von der Société des Manufactures de Glaces u.s.w. in Brüssel (D. R. P. Kl. 32 Nr. 40718 vom 17. December 1886). Die Trommel M (Fig. 4) ist mit Rillen für zwei Ketten X und V versehen.