Text-Bild-Ansicht Band 273

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Ballon aus seiner Form befreit, und es erübrigt nur noch, die Ränder ab und cd abzusprengen und die Fülldose D aufzusetzen.

Eine mechanische Schere zum Formen von Flaschenmündungen (Fig. 8) wurde von W. Blumberg in Düsseldorf beschrieben (D. R. P. Nr. 45062 vom 1. Mai 1888). Am Ende der rotirenden Spindel C ist eine Scheibe J befestigt, in welcher sich die Formrollen N radial bewegen können, während sie gleichzeitig mit ihr um ihre eigenen Achsen rotiren. Die radiale gegenseitige Näherung bezieh. Entfernung der Rollen wird mittelbar von der Achse C regiert, indem diese mittels Schneckengetriebes RS ein Excenter T in Drehung versetzt, das durch Schubstangen V einen Winkelhebelmechanismus und einen auf der Achse C verschiebbaren Muff X die Verschiebung der Formrollen in der Scheibe J bewirkt.

Groſse Vortheile vor anderen Maschinen zu gleichem Zwecke soll die Maschine zum Auswalzen von Flaschenmündungen von Klein und Herb in Burbach bei Saarbrücken bieten (D. R. P. Nr. 44619 vom 18. November 1887). Zur Herstellung von Flaschenmündungen mit innerem Gewinde wird der während des Auswalzens feststehende Dorn e (Fig. 9) angewendet, dessen Gewinde durch das um die ebenfalls feststehende Flasche rotirende und formgebende Walzenpaar cc in die Glasmasse eingepreſst wird, worauf, entweder durch den Conus t (Fig. 10) oder, bei Fuſsbetrieb, durch das Zusammenwirken der Theile iklmnopqrs der Dorn selbsständig aus der Flaschenmündung herausgeschraubt wird. Durch diese Maschine lassen sich enge, weite, sowie mit Schraubengewinde versehene Flaschenmündungen herstellen. Die mit Schraubengewinde versehenen Flaschen sollen eine Verkapselung mit Draht ersparen, indem der abgerundete Schraubengang den Kork derart festhält, daſs die durch Kohlensäure u.s.w. hervorgerufene innere Spannung der Gase denselben nicht herauszutreiben im Stande ist.

Henri Lenfant in Paris stellt Brillengläser und andere optische Glasgegenstände her durch Blasen derselben in Formen, deren vielflächige Innenwandung der einen Fläche des zu formenden Gegenstandes entspricht. Dadurch wird eine nochmalige Erweichung der Glasmasse überflüssig. Die Gläser haben nunmehr, wie z.B. in der Abbildung (Fig. 10) dargestellt, auf der einen Seite eine so gebogene Fläche abc, daſs sie nur auf der anderen Seite abgearbeitet zu werden brauchen (D. R. P. Kl. 32 Nr. 42596 vom 23. Juni 1887).

Herstellung von Metallglanzätze auf Glas oder keramischen Gegenständen von Reich und Comp. (D. R. P. Nr. 44949 vom 24. August 1887). Zur Herstellung einer hellgelben, grünen bis dunkelbraunen Metallglanzätze vom Silberglanze bis zum tiefsten Goldglanze setzen Reich und Comp. die auf gewöhnliche Weise geätzten Gegenstände dem Einflüsse reducirender Gase aus. Trägt man z.B. auf Glas ein Gemenge von 1 Th. Chlorsilber und 5 Th. ungebrannter Gelberde, trocknet, brennt den Scherben in der Muffel bei schwachem Farbenfeuer, wischt dann die