Text-Bild-Ansicht Band 273

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Hatte nun die innere Blase einen gröſseren Durchmesser als die Ringe, so wurde sie durch die Seiten der äuſseren Blase in Eiforrn gedrückt, zum Beweis, daſs beide Blasen trotz des verhältniſsmäſsig starken Druckes sich nicht vereinigten. Um diese Eigenschaft auch noch auf einem anderen Wege zu zeigen, legte Boys eine Seifenblase auf einen Drahtring von bedeutend kleinerem Durchmesser als die Blase selbst; dann spannte er durch Eintauchen in Seifenbrühe ein Flüssigkeitshäutchen über einen anderen Drahtring. Mit diesem Häutchen zwängte er jene Seifenblase durch den Ring, wobei die Blase ganz aus ihrer Form kam. Sehr hübsch nahm sich folgendes Experiment aus. Innerhalb einer luftgefüllten Seifenblase, welche an einem Faden eine kleine Papiergondel trug und auf einem Drahtringe ruhte, wurde eine mit Gas gefüllte kleinere Blase erzeugt, welche nun die erstere von dem Ringe löste und bis zur Decke des Hörsaales mitnahm.

Als ein. interessanter Beweis der Diffusion der Gase diente folgender Versuch. Eine Seifenblase wurde mittels Adhäsion einem befestigten Ringe angehängt, und innerhalb derselben eine mit einer Mischung von Gas und Luft gefüllte kleinere Blase erzeugt, welche sofort an die höchste Stelle der äuſseren Blase schwebte. Ueber das Ganze wurde eine Glasglocke gedeckt, in welche man Leuchtgas einströmen lieſs. Nach wenigen Secunden sah man die innere Seifenblase auf den Boden der äuſseren herabsinken, zum Beweis, daſs durch das Häutchen der letzteren Diffusion stattgefunden, in deren Folge das specifische Gewicht ihrer Füllung abgenommen hatte. Um die Diffusion noch an einem anderen Beispiele darzulegen, wurde eine mit Sauerstoffgas gefüllte Seifenblase wenige Secunden in eine Glasglocke getaucht, welche Aetherdämpfe enthielt. Als die Blase herausgenommen und einem Lichte genähert wurde, verpuffte sie mit einer Flamme, zum Beweis, daſs in der kurzen Zeit, wo ihre Oberfläche den Aetherdünsten ausgesetzt war, in Folge eingetretener Diffusion ein explosives Gemenge von Sauerstoff und Aetherdampf die Stelle des reinen Sauerstoffes eingenommen hatte.

Die elektrische Beleuchtung der Pariser Ausstellung.

Nach den Mittheilungen, welche H. Fontaine in einem Vortrage der internationalen Gesellschaft der Elektriker gemacht hat (vgl. Industries vom 19. April 1889 * S. 378), sind die Gesammtkosten, welche die jetzige Pariser Ausstellung der französischen Regierung und der Stadt Paris verursacht, auf 40000000 M. zu schätzen. Von den 50000 Ausstellern werden im Mittel 2400 M. gezahlt, so daſs die Kosten im Ganzen auf 160000000 M. steigen. Die Einnahmen aus Ausstellungen hängen u.a. von der Zahl der Stunden ab, während welcher dieselben besucht werden können. Ohne künstliche Beleuchtung würde die Stundenzahl der Pariser Ausstellung 1620 betragen, durch die elektrische Beleuchtung erhöht sich dieselbe auf 2520, und es vermindern sich dadurch die stündlichen Kosten von 100000 auf ein wenig über 60000 M. Trotzdem hat die Verwaltung die elektrische Beleuchtung nicht auf eigene Kosten hergestellt, auch bezahlt sie für das Licht nicht einen festen Preis, wie für Wasser, Dampf, Gas u.s.w., sondern sie überläſst den Ausstellern die Hälfte der Einnahmen von Abendbesuchern, für die der Eintrittspreis in der Woche 1,6 M., Sonntags 0,8 M. beträgt, bis zum Betrage von 2880000 Mk., darüber hinaus nimmt der Staat mehr.

Die Beleuchtung ist einer Reihe von Firmen überlassen worden und bietet prächtige Gelegenheit zu Vergleichen. Die Maschinenhalle mit 77000qm Bodenfläche und 2000000cbm Inhalt wird von Bogenlampen von verschiedener Gröſse erleuchtet. Die gröſsten (von 60 Ampère, mit 25mm Kohlen) hängen in 4 Gruppen zu 12 Lampen dicht unter dem Dachfirst. Ferner sind 86 Lampen von 25 Ampère in 5 Längsreihen vertheilt und hängen etwa 15m über dem Boden. Die Seitengallerien der Maschinenhalle und die anliegenden Räume erhalten 276 Lampen zu 8 Ampère in 5m Höhe über dem Boden. Auſserdem liefern Woodhouse und Rawson 8 Glühlampen zu 200, Garnot 10 zu 250, Jarriant 360 zu 8 und Crompton 160 zu 8 Kerzen.

Der den Eisenbahnausstellungen eingeräumte Nebenraum von nahezu 600qm Bodenfläche wird durch 5 Lampen zu 25 Ampère und 30 zu 8 Ampère