Text-Bild-Ansicht Band 273

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(bei a, b, c) faſst, wird der Inhalt sanft geschüttelt. Die Temperatur geht zunächst einige Zehntel unter den wahren Gefrierpunkt herab, um sodann unter theilweisem Ausfrieren des Lösungsmittels schnell zu steigen und nachher wieder zu sinken., wobei das genügend lange constant bleibende Maximum zu notiren ist (1/100 Grade sind zu schätzen, wo nöthig unter Anwendung einer Lupe). Durch Wiederaufbauen u.s.w. kann die Bestimmung öfters wiederholt werden, was nur wenige Minuten in Anspruch nimmt. Bei richtigem Handhaben bekommt man Resultate, die höchstens um ein paar 1/100-Grade differiren. Erfolgt die anfängliche Krystallisation des Lösungsmittels nicht ohne Weiteres von selbst, so wird dieselbe durch kurzes Eintauchen in eine kleine Menge eines Kältegemisches hervorgerufen. Die Luft, worin das Schütteln vorgenommen werden soll, kann, wo nöthig, mittels eines mit kaltem Wasser beschickten Kalorimetergefäſses abgekühlt werden, oder auch der ganze Apparat in eine weite Reagensröhre hineingesteckt und mittels Glaswollepfropfen oben und unten festgehalten, zu gleichem Zwecke in kaltes Wasser getaucht werden. Als Vorzüge des Verfahrens mögen hervorgehoben sein, daſs das Einwerfen von Krystallen und das Oeffnen des Apparates während der Operation, sowie die Rührvorrichtung umgangen werden, so daſs die Bestimmung mit derselben Menge Substanz ohne irgend welchen schädlichen Einfluſs öfters wiederholt werden kann.

Die molekularen Depressionen von Phenol41) und Naphtalin42) sind, unter Anwendung dieses Verfahrens, von Eykmann festgestellt worden.

Der Vollständigkeit halber sei noch ein Apparat erwähnt, welchen R. Fabinyi zur Bestimmung der molekularen Depression des Naphtalins in Benutzung gezogen hat. Da derselbe jedoch schwerlich allgemeine praktische Anwendung finden dürfte, so sei bezüglich näherer Angaben auf die Originalarbeit (Zeitschr. für phys. Chem., III, 38) verwiesen.

Zum Schlusse sei noch ein Apparat von Ciamician43) beschrieben, welcher gestattet, das Raoult'sche Gesetz einem gröſseren Publikum zu demonstriren, und daher zu Vorlesungszwecken empfehlenswerth ist.

Der Apparat (Fig. 7), der im Wesentlichen aus einem Luftthermometer besteht, ist schon aus der Zeichnung leicht verständlich. Ein gröſseres Reagensglas von ungefähr 16cm Höhe und 2cm,5 Durchmesser, zur Aufnahme der Lösungen bestimmt, befindet sich in einer Kältemischung, die, weil die Versuche mit wässerigen Lösungen ausgeführt wurden, aus Schnee und etwas Kochsalz bestand. In die zu untersuchende Lösung taucht, in der aus der Zeichnung ersichtlichen Weise, ein Luftthermometer, dessen cylindrisches Gefäſs eine Länge von 12cm und einen Durchmesser von 1cm,5 besitzt; letzteres ist an ein enges,

41)

Zeitschr. für phys. Chem., II, 965.

42)

Zeitschr. für phys. Chem., III 113.

43)

Berichte, XXII, 31.