Text-Bild-Ansicht Band 273

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in höherem Grade wie die Construction scheint die Art und Weise, wie der Apparat geführt wird, von Einfluſs zu sein. Eine Untersuchung von 2 Proben Maische auf Fuselöl ergab, auf 100 Proc. Alkohol bezogen, einen Gehalt von 0,352 bezieh. von 0,305 Proc.; die aus denselben Brennereien stammenden Rohspiritusproben enthielten 0,1 bis 0,2 Proc. Fuselöl. Es scheint demnach ein groſser Theil des in der Maische enthaltenen Fuselöls nicht in den Rohspiritus zu gelangen. Die Resultate der Rohspiritusuntersuchungen ergaben, daſs derselbe schon durch richtig geleitete Destillation in einem sehr reinen Zustande gewonnen werden kann; doch besitzt derselbe immer einen sehr unangenehmen, wahrscheinlich von flüchtigen, aus den Rohstoffen stammenden Substanzen herrührenden Geruch. Dieser schlechte Geruch kann fast vollständig durch Behandlung des Spiritus mit Kohle beseitigt werden, so daſs man dann ein Product erhält, welches wahrscheinlich allen Anforderungen der Reinheit, sowie auch des Geruches und Geschmackes entspricht. Die Verwendung der Kohle zur Reinigung verdient daher jedenfalls groſse Beachtung und dieses um so mehr, als die vielfach geäuſserte Ansicht, daſs durch die Einwirkung der Kohle auf Spiritus Aldehyd gebildet wird, sowie andererseits, daſs durch die Kohle das eigentliche Fuselöl nicht entfernt wird, durch diesbezügliche Versuche nicht bestätigt wurde. Es zeigten diese Versuche vielmehr bei Gemischen von Alkohol mit Bestandtheilen des Fuselöls nach der Behandlung mit Kohle stets eine Abnahme des letzteren, allerdings kein gänzliches Verschwinden desselben. Eine Bildung von Aldehyd konnte ebenfalls nicht constatirt werden; es fand im Gegentheile eine bedeutende Verminderung daran statt. Verfasser kritisirt nun einige der bekanntesten Reinigungsverfahren, mit welchen Versuche angestellt wurden. Das Verfahren von Bang und Ruffin (vgl. 1889 272 34) ist jedenfalls rationell; es fragt sich jedoch, ob dasselbe sich für den Betrieb kleinerer Brennereien eignen würde. Durch das Verfahren von Grote und Pinette (vgl. 1888 269 329) gewonnener Spiritus zeigte zwar einen geringeren Fuselgehalt, war aber keineswegs fuselfrei. Weiter wurden Proben untersucht, welche nach dem Verfahren von Traube dargestellt waren (vgl. 1889 272 34). Die eine Probe aus Daber enthielt noch 0,37, eine andere aus Braunschweig 0,39 Proc. Fuselöl. Von einer vollständigen Entfuselung war also hier keine Rede; doch waren beide Proben vollständig frei von Aldehyd und zeichneten sich in sehr vortheilhafter Weise durch einen viel besseren Geruch und Geschmack vor allen anderen Proben aus. Von den genannten Reinigungsmethoden hat nach Ansicht des Verfassers wohl die meiste Aussicht auf Anwendung im kleineren Betriebe die Verwendung der Kohle, da diese bereits seit langer Zeit sich bewährt hat und noch den groſsen Vortheil besitzt, daſs sie keine kostspieligen Betriebseinrichtungen erfordert. Doch glaubt der Verfasser bei den günstigen Resultaten, die er bei der