Text-Bild-Ansicht Band 273

Bild:
<< vorherige Seite

Untersuchung von Rohspiritusproben, welche doch nur einen verhältniſsmäſsig geringen Fuselölgehalt besaſsen, erhielt, die Hoffnung aussprechen zu können, daſs es mit einem brauchbaren Destillirapparate bei richtiger Leitung der Destillation schon ohne weitere Reinigungsmittel gelingen wird, einen Spiritus in der Brennerei zu erzeugen, welcher allen gesetzlichen Anforderungen der Reinheit genügen wird.

Delbrück weist darauf hin, daſs es in erster Linie darauf ankommen wird, in den Brennereien direkt Sprit aus der Maische zu gewinnen. Daſs dieses möglich sein wird, unterliegt keinem Zweifel, denn die Versuche haben gezeigt, daſs man mit guten Brennapparaten sehr wohl einen hochprocentigen und fuselarmen Sprit erzeugen kann. Es wird aber weiter darauf ankommen, dem Sprit auch den schlechten Geruch, der für den Consum das Ausschlaggebende ist, zu nehmen. Hierzu dürfte die Filtration über Kohle, indem man an den Brennapparat ein Kohlefilter anschlieſst, geeignet sein. Die Kohle, welche voraussichtlich schnell unbrauchbar werden würde, könnte durch überhitzten Dampf wohl leicht regenerirt werden.

Zuntz geht auf die Versuche über die Schädlichkeit des Fuselöls näher ein und erwähnt besonders die Versuche von Straſsmann, über welche wir bereits berichtet haben (1889 272 89). Aus allen bisherigen Erfahrungen zieht er vorläufig den Schluſs, daſs man nicht berechtigt ist, eine Fuselölmenge von 0,3 bis 0,4 Proc. auf 100 Proc. Alkohol für besonders schädlich zu halten.

Ueber das Entfuselungsverfahren von J. Traube (vgl. 1889 272 34) liegen mehrere Aeuſserungen in der Zeitschrift für Spiritusindustrie, Bd. 12 S. 7, 108, 116 und Ergänzungsheft 63, vor. Zunächst berichtet v. Diest-Daber, über die Resultate seiner Versuche mit diesem Verfahren, welche sehr günstig lauten. Veranlaſst durch die Mittheilung Hayduck's, daſs die Untersuchung zweier Proben von nach Träube's Verfahren gereinigtem Spiritus noch 0,37 bis 0,39 Proc. Fuselöl ergeben habe, behauptet Traube, daſs diese Verunreinigung nicht eigentliches Fuselöl gewesen sein könne, und daſs das zur Prüfung benutzte Verfahren von Röse auſser Fuselöl auch andere Verunreinigungen angäbe. Er erklärt, im Stande zu sein, aus einem Gemische von reinem Alkohol und einer bestimmten Menge Fuselöl das letztere nach seinem Verfahren vollständig wieder abzuscheiden. Wenn die Versuche in Daber und in Braunschweig noch nicht ganz befriedigende Resultate ergeben haben, so läge dieses daran, daſs einmal die ersten Apparate nicht ganz nach Wunsch construirt, und daſs andererseits, wie dieses in Braunschweig der Fall war, die Vorrichtungen noch nicht derart gewesen seien, um die nöthige Zahl von Abhebungen, welche im Interesse der absoluten Reinigung nothwendig sind, erzielen zu können. Hierzu würden vielleicht 20 bis 25 Abhebungen nothwendig sein. Nach dem Verfasser ist es möglich, 20 bis 30 Abhebungen innerhalb 1½ Stunden, bei vollkommener